Drogen-Thema an Wesenberger Schule:

Warum der Nordkurier so berichtete

Nach einem Bericht über den Überfall auf einen Schüler und den vermeint­lichen Zusammenhang mit Drogen muss der Nordkurier auf Kritik reagieren. Inzwischen ist aber auch eine Gesprächsrunde mit einem Polizeiberater angesetzt.

 
Georg Wagner  

Nach der Berichterstattung über den Überfall auf einen 15-Jährigen vor der Wesenberger Schule erreichten den Nordkurier Zuschriften aus dem Mitarbeiterkreis der Schule, die den Artikel als Rufmord bezeichnen. Das kann unsere Redaktion so nicht stehen lassen. Denn Anlass zur Berichterstattung waren nicht allein mehrere anonyme Hinweise von Eltern, deren Kinder die Schule besuchen. Besorgte Eltern, die sich wegen eines vermeintlichen Drogen­problems vor der Schule an den Nordkurier wandten, sind der Zeitung auch aus einem persönlichem Gespräch bekannt. Aus Gründen des Opferschutzes wurden ihre Namen allerdings nicht genannt.

In der Bushaltestelle vor der Schule war vor einigen Wochen morgens ein Junge von zwei anderen Schülern überfallen und geschlagen worden. Er habe zuvor der Schulleitung von Problemen um den Konsum und den Handel mit illegalen Drogen vor der Schule berichtet, hieß von den Eltern.

Schulleitung lehnte Stellungnahme ab

Der Schulleiterin beziehungsweise ihrer Stellvertreterin wurde vor Veröffentlichung die Möglichkeit eingeräumt, sich dazu zu äußern. Dies wurde abgelehnt, später wurde an die Pressestelle des Bildungsministeriums verwiesen. In einer ersten Berichterstattung wurden Kenntnisse über ein Drogenproblem vehement abgestritten. Schüler dürfen aus rechtlichen Gründen nicht ohne Einverständnis der Eltern befragt werden.

Auch den vermissten „erste Weg zur Schulleitung“ statt zur Presse, wie es in einer Zuschrift kritisiert wird, hat es gegeben. Denn der zusammengeschlagene Schüler habe die Schulleitung auf ein Drogenproblem aufmerksam gemacht, hieß es von den Eltern. 

Der Vorwurf, die Daten eines Vaters seien ohne seine Zustimmung veröffentlicht worden, sind nicht aufrecht zu erhalten. Der Mann hatte sich auf der Internet-Plattform Facebook für die Drogenprobleme seines Sohnes entschuldigt. Im Nordkurier wurde er zum einen nicht mit Namen genannt, zum anderen handelte es sich um einen öffentlich sichtbaren Eintrag.

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