Ein Toter und zwei Verletzte:

Schweres Zug-Unglück bei Groß Quassow

Auf der Eisenbahnstrecke Neustrelitz-Mirow sind am Montagnachmittag ein Personenzug und ein Pkw zusammengestoßen. Bei dem Unfall ist ein Mensch ums Leben gekommen.

Bei einem Unfall war ein Triebwagen mit einem Pkw zusammengestoßen.
Heike Sommer Bei einem Unfall war ein Triebwagen mit einem Pkw zusammengestoßen.

Der Personenzug der Kleinseenbahn sollte laut Fahrplan um 14.25 Uhr in Groß Quassow halten. Zuvor musste er noch einen unbeschrankten Bahnübergang queren. Doch hier geschah das Unglück. Ein Auto rollte plötzlich auf die Schienen. Bei dem schlimmen  Zusammenstoß wurde das Fahrzeug zwanzig Meter mitgeschleift und ist schließlich auf dem Bahnsteig der Haltestelle Groß Quassow gelandet.

Schon wenige Minuten später waren viele Helfer am Unglücksort. Feuerwehr, Polizei, Rettungshubschrauber, Notarzt. Doch es dauerte dann fast eine Stunde, bis die Feuerwehr, die mit 38 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Userin, Neustrelitz und Altstrelitz angerückt war, die drei Insassen aus dem Unfallauto geborgen hatte.

Nur mit Spezialwerkzeug war es den Helfern überhaupt möglich, an den 63-jährigen Fahrer sowie seine 62- und 83-jährigen Begleiterinnen heranzukommen. Das  Dach des Autos musste komplett  abgeschnitten werden. Und dann die traurige Gewissheit: Für einen den Fahrzeugführer kam die Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Die beiden anderen wurden schwer verletzt. Die Zuggäste und der Lokführer kamen mit dem Schrecken davon. Helfer  kümmerten sich um eine junge Familie, die mit ihren Zwillingsbabys mit dem Zug unterwegs war. Etwas benommen saßen andere Fahrgäste auf einer Wiese neben den Bahngleisen und konnten das Unglück noch gar nicht  fassen. Auch sie wurden von den Einsatzkräften und den Ärzten betreut.

Nach ersten Ermittlungen soll das Auto, das laut Kennzeichen aus der Demminer Region kam – trotz Warnsignal des heranfahrenden Zuges auf die Gleise am unbeschrankten Bahnübergang gefahren sein.

Strecke und Straßen gesperrt

Für die insgesamt sieben unversehrten Zugreisenden ging nach einer Stunde die Fahrt per Schienenersatzverkehr weiter. Die Schienen-Strecke zwischen Neustrelitz und Mirow mit ihren insgesamt sechs Haltestellen wurde für den Rest des Tages nicht mehr befahren. Stattdessen kamen dann Busse zum Einsatz, um die Fahrgäste zu transportieren.

Auch die Straße zwischen Groß Quassow und Mirow war für die Bergungsarbeiten über Stunden gesperrt, ebenso die Zufahrt zum Zeltplatz Havelberg. Die Hanseatische Eisenbahngesellschaft betreibt die Strecke. Sechs Mal täglich fährt ein Triebwagen auf der Strecke hin und zurück. Dienstag werde der Zug aber wieder fahrplanmäßig unterwegs sein, so die Auskunft des Unternehmens.