Geldnot nach der Gemeinde-Hochzeit:

Schwerin, wo sind die Geschenke für Woldegk?

Heiraten kann teuer werden. Diese Erfahrung muss in diesem Jahr auch die Windmühlenstadt nach der Fusion mit Helpt und Mildenitz machen. Denn bisher lässt das Land mit seiner Hochzeitsgabe noch auf sich warten.

Woldegk muss rechnen. Um alle Verbindlichkeiten zu begleichen, wird die Stadt in den Sparstrumpf greifen.
Karl-Josef Hildenbrand Woldegk muss rechnen. Um alle Verbindlichkeiten zu begleichen, wird die Stadt in den Sparstrumpf greifen.

Mit Ach und Krach hat die Windmühlenstadt für dieses Jahr die Finanzplanung auf die Beine gestellt. Der aktuelle Haushalt hat mit Verspätung nun endlich in der Stadtvertretung grünes Licht bekommen. Woldegks Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD) macht dabei keinen Hehl daraus, dass ein vernünftig ausgeglichener Haushalt eigentlich anders auszusehen habe. Es fehlen rund 500 000 Euro, erklärt er. Dennoch sei die Zustimmung für den Etat 2015 wichtig gewesen, um als Stadt handlungsfähig zu bleiben.

Genau diese viel beschworene Handlungsfähigkeit der Kommunen war auch ein Grund für die Fusionen mit den Gemeinden Helpt und Mildenitz, die jetzt zur Stadt Woldegk gehören und sich damit erstmals in der gemeinsamen Finanzplanung wiederfinden. Nur belasten nach den Fusionen aufgelaufene Kredite und Schulden den Sparstrumpf und die Kasse derart stark, dass die Stadt nun an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten gerät.

Die Stadt greift zum Sparstrumpf

In der Gemeinde Mildenitz wurden etwa Kassenkredite in Höhe von 362 000 Euro und Verbindlichkeiten in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro angehäuft. „Die Stadt Woldegk wird aufgrund der Rückstellung und der liquiden Mittel den Haushalt 2015 noch ausgleichen können, für 2016 ist das nicht mehr möglich“, sagt Lode klipp und klar. 

Eigentlich sollte die Rechnung mit den Gemeindefusionen auch ganz anders aufgehen. Vom Innenministerium sei ein Schuldenausgleich – sozusagen als Hochzeitsprämie – zugesichert worden. „Wir gehen davon aus, dass das Ministerium auch zu seinem Wort steht“, so Lode. Allerdings hatte Schwerin zunächst mal die Aufstellung des Etats mit allen seinen Problemen gefordert. Und das hatte sich hingezogen. Unter anderem fiel in Woldegk der Kämmerer aus und musste Ersatz gefunden werden. „Vor diesem Hintergrund können wir mit dem Ergebnis sogar noch zufrieden sein“, sagt der Bürgermeister. Dennoch: Erst mal muss die Stadt in diesem Jahr zusätzliche Zinsen und Tilgungen zahlen, was man sicher gerne verhindert hätte. 

Wichtiges steht noch auf dem Plan

Trotz aller Geldprobleme hat Woldegk aber noch drei wichtige Vorhaben auf der Investitionsliste stehen. Da ist zunächst mal die Sanierung der Feierhalle auf dem Friedhof für geplante 350 000 Euro. Das Projekt ist noch davon abhängig, ob es Fördermittel gibt.

In der Planung steht zudem der Kauf eines Multicars mit verschiedenen Arbeitsgeräten für 140 000 Euro sowie die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs für die Woldegker Stützpunktfeuerwehr. Die Kosten von rund 405 000 Euro sollen zu je einem Drittel von Land, Kreis und der Stadt getragen werden.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung