Paradies oder Ghetto?:

Seniorendorf trifft auf Sympathie und Skepsis

Eine Siedlung für Menschen jenseits der 60 wird in Feldberg gebaut. Die Meinungen zu einem solchen Projekt gehen auseinander.

So sollen die Bungalows im Seniorendorf mal aussehen.
Planungsbüro Glanz So sollen die Bungalows im Seniorendorf mal aussehen.

Deutschlands in dieser Form erstes Seniorendorf entsteht in Feldberg. Rund um das 16 500 Quadratmeter große Gelände gegenüber der Luzinklinik werden in den kommenden fünf Jahren 20 Häuser im Bungalow-Stil mit je zwei Mietwohnungen errichtet. Einziehen sollen rund 80 Leute jenseits der 60.

Bauherr ist der Feldberger Matthias Nest, Jahrgang 1978, Inhaber einer Versicherungs-Agentur, verheiratet, Vater zweier Kinder. Der 36-Jährige ist überzeugt, eine Markt­lücke zu treffen. „Die Resonanz ist schon sehr gut, obwohl ich noch nicht in die Öffentlichkeit gegangen bin.“

Seine Idee stößt allerdings nicht nur auf Wohlwollen. Was für die einen ein Seniorenparadies, ist für die anderen ein Rentnerghetto. „Für mich wäre das nichts“, sagt der 57-jährige Klaus-Dieter Semek aus Neustrelitz. „Wenn die alten Leute da so abgeriegelt werden, vereinsamen sie.“ Als Bereicherung empfindet hingegen Edeltraut Plaster das Seniorendorf. „Man hat seine Ruhe, ist trotzdem von guten Bekannten umgeben, bleibt weitgehend selbstständig“, sagt die 62-Jährige. Und Heidi Lippe (54) aus Neustrelitz findet: „Schöne Sache. Ich würde sogar selbst in so ein Dorf ziehen.“

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