Kein Verständnis für Kompromiss:

Sind vorm Theater-Kahlschlag alle Alternativen bedacht?

Mehr Geld geben für weniger Theater - darauf wollen sich Politiker aus der Region einlassen. Sehr zum Unverständnis vieler Zuschauer und auch Künstler wie der Sängerin und Gewerkschafterin Sylke Urbanek.

Sie brennt für ihren Beruf: Chorsängerin Sylke Urbanek (vorn, 2. von links) in der Erfolgsinszenierung "My Fair Lady"
Joerg Metzner Sie brennt für ihren Beruf: Chorsängerin Sylke Urbanek (vorn, 2. von links) in der Erfolgsinszenierung "My Fair Lady"

Das ist wahrlich schwer zu verstehen: Das Neustrelitzer Musiktheaterensemble soll abgeschafft werden, die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz zu einem "Staatstheater Nordost" mit Sitz in Greifswald fusionieren, demnach seine Eigenständigkeit aufgeben. Dennoch sollen die Gesellschafter Neustrelitz, Neubrandenburg und der Landkreis Seenplatte künftig mehr Geld aufbringen. Von je zusätzlichen 400 000 Euro ist die Rede.

Mit dem Einsatz dieser Mittel wäre auch ein Vier-Sparten-Theater, wie bisher in Neubrandenburg und Neustrelitz zu betreiben. Dafür gibt es sogar zwei Berechnungsmodelle. Die will aber offenbar in den zuständigen kommunalen Vertretungen und in der Landesregierung niemand ernsthaft diskutieren.

Chorsängerin und Gewerkschafterin Sylke Urbanek hat eines dieser Alternativ-Modelle mit ausgearbeitet. Sie ist seit 26 Jahren am Landestheater engagiert und steht der Gewerkschaft „Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer“ als Landesvorsitzende vor. Die aus Schwerin bekannt gewordenen Einsparpläne für den Theaterstandort Neustrelitz haben sie in eine Art Schockstarre versetzt, bekennt sie. Dennoch werde sie nicht aufhören, sich für den Erhalt der Theaterlandschaft in Mecklenburg-Strelitz einzusetzen.

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