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Stadtvertretung lehnt Theater-Entscheidung ab

Drei Stunden Diskussion und dann fallen alle Beschlussvorlagen durch. Die Neustrelitzer Stadtvertretung hat am Donnerstagabend keine Entscheidung zur Zukunft des Theaters getroffen. Nun muss weiter verhandelt werden.

Als Zeichen der Ablehnung des vom Land angestrebten Fusionsmodells wurden zur Stadtvertretersitzung in Neustrelitz wieder Rote Karten gezeigt.
Tobias Lemke Als Zeichen der Ablehnung des vom Land angestrebten Fusionsmodells wurden zur Stadtvertretersitzung in Neustrelitz wieder Rote Karten gezeigt.

Die Neustrelitzer Stadtvertretung hat sich in Sachen Theaterzukunft Zeit verschafft. Das Gremium lehnte am Donnerstag sowohl das Autonomiemodell des Theaternetzwerks als auch das Fusionsmodell des Kultusministers ab.

Während das Autonomiemodell nur knapp scheiterte (12 Ja, 14 Nein-Stimmen), erhielt das Modell einer Fusion des Theaters Vorpommern und der TOG mit 22 Nein-Stimmen eine klare Absage. Abgelehnt wurde auch ein modifizierter Vorschlag der SPD/Grünen-Fraktion zum Fusionsmodell. Gleich zu Beginn war ein Vorschlag der Fraktion Parteiunabhängige Liste Strelitzer Bürgerinnen und Bürger/FDP ganz knapp gescheitert. Wäre er durchgekommen, hätte der Neustrelitzer Bürgermeister ein Konzept erarbeiten müssen, dass die Auswirkungen von Autonomie- und Fusionsmodell für die Stadt darstellt.

Von Staubkörnchen und Hintertürchen

Den Abstimmungen vorausgegangen war eine emotional geführte Debatte unter den Augen von rund 200 Zuschauern, die teils auf dem Boden sitzend und teils stehend die über dreistündige Beratung in der Aula der Integrierten Gesamtschule verfolgten. In der Grundsatzdebatte Fusion zum Staatstheater Nordost mit den Standorten Neustrelitz, Neubrandenburg, Greifswald und Stralsund oder aber Autonomie der Standorte Neubrandenburg und Neustrelitz machte SPD-Fraktionsvorsitzende Jeannine Pflugradt klar, dass Neustrelitz sich das bisherige Theatermodell nicht mehr leisten könne. Sie sah im Namen ihrer Fraktion keine Wahl zwischen dem einen oder anderen Modell. Die Wahrheit müsse gesagt werden, das Geld sei nicht vorhanden.

Waltraud Bauer, die Fraktionschefin der Linken, plädierte für das Solidarmodell, das weiter verfolgt und überarbeitet werden soll. Für die CDU machte Stadtvertreter Ernst August von der Wense eine klare Ansage: Seine Fraktion könne keinem Modell zustimmen. Er kritisierte den Umgang der Landesregierung mit den Menschen vor Ort, den aus Schwerin künstlich aufgebauten Druck. Die Bedingungen für eine Theaterfusion seien nur sehr vage durch das Land formuliert worden.

Er verwies auch auf die Stralsunder Bürgerschaft, die bereits eine Entscheidung getroffen hat. „Wenn wir in die Verhandlungen eintreten, werden wir behandelt wie ein Körnchen Staub“, sagte der Christdemokrat. Bürgermeister Andreas Grund warb hingegen dafür, dem Grundsatzbeschluss für eine Fusion zuzustimmen. Bei diesem hätte es auch ein Hintertürchen für ein alternatives Modell gegeben. Klare Worte fand auch der geschäftsführende Intendant der TOG, Joachim Kümmritz. Er forderte eine schnelle Entscheidung, am besten „heute“. Voraussichtlich am 7. Mai wird sich die Stadtvertretung erneut mit dem Theater beschäftigen.

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