Künstler machen Ernst:

Streik überschattet den Theaterball

Was wäre Neustrelitz ohne Landestheater und rauschende Ballnächte? Ärmer. Einen Vorgeschmack bekamen die Gäste des 15. Opernballs am Wochenende. Denn bevor das Fest in Fahrt kam, traten die Künstler in den Arbeitskampf.

Gleich zu Beginn des Theater- und Opernballs traten die Künstler in einen zweieinhalbstündigen Warnstreik.
Ulrich Krieger Gleich zu Beginn des Theater- und Opernballs traten die Künstler in einen zweieinhalbstündigen Warnstreik.

Mit einem zweieinhalbstündigen Warnstreik der Künstler begann am Wochenende der 15. Theater- und Opernball im Landestheater in Neustrelitz. Gleich zu Beginn trat das Ensemble mit einem Protestbanner auf die Bühne und teilte dem Publikum mit: „In zweieinhalb Stunden sind wir wieder für sie da.“

Die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger hatte zum Arbeitskampf aufgerufen. Die Künstler fordern flächentarifliche Vergütungen, nachdem sie seit Jahren auf Teile ihres Gehalts verzichten, um ihre Arbeitsplätze und das Haus zu erhalten. Da das Theater künftig ohne eigene Musiktheatersparte fortgeführt werden und ein Großteil der Arbeitsplätze wegfallen soll, streikten die Künstler.

Die Entscheider sind gar nicht da

Nicht jeder hatte für die Aktion Verständnis. „Wir solidarisieren uns mit den Schauspielern, Sängern und Tänzern. Doch dieser Abend wird von 37 Sponsoren getragen. Eigentlich sind diese Aktionen bei dieser Veranstaltung verkehrt, denn keiner der verantwortlichen Politiker ist hier“, so Veranstalter Burghardt Heller. Marco Zabel, Vorsitzender des Theater-Fördervereins, nannte die Veranstaltung einen „denkwürdigen Abend“.

Bei den Organisatoren war Improvisationstalent gefragt. Spontan wurde die erste Tanzrunde mit der Neubrandenburger Philharmoniker eingeleitet. Danach holten die Künstler nach, was den Gästen versprochen worden war: Ein rauschendes Fest unter dem Motto „Strangers in the Night“. Und der Theaterpreis namens Verbeugung ging an den Tänzer Axel Rothe.