Kundgebung auf dem Markt:

Strelitzer wollen Theatervielfalt

In Neustrelitz haben am Donnerstagabend viele hundert Menschen für ein lebendiges Theater demonstriert. Auch Polizeiruf-Kommissar Charly Hübner meldete sich zu dem Thema.

Für den Erhalt ihres Vier-Sparten-Theaters sowie des Orchesters in Neustrelitz und Neubrandenburg gingen am Donnerstagabend mehr als 1000 Menschen auf die Straße. 
T. Lemke Für den Erhalt ihres Vier-Sparten-Theaters sowie des Orchesters in Neustrelitz und Neubrandenburg gingen am Donnerstagabend mehr als 1000 Menschen auf die Straße. 

 „Nehmt uns nicht die Sparten fort, denn das ist Theatermord“. Das Plakat mit diesem Reim war am Donnerstagabend nur eines von vielen, die über den Köpfen von vielen hunderten Menschen auf dem Neustrelitzer Marktplatz schwebten. Mut zum Veto forderte ein anderer Transparentträger, auch Formulierungen wie „Je suis Tanzkompanie“ und „Je suis TOG“ fanden sich. 

Den meisten Demonstranten, die sich auf dem Marktrondell drängten, war eines gemeinsam: Sie erteilten dem von der Landesregierung geplanten Staatstheater Nordost eine deutliche Absage. 

Prominente Unterstützung

Zahlreiche Redner setzten sich für eine eigenständige Kulturlandschaft in der Seenplatte ein. Darunter auch die Entertainierin Dagmar Frederic, die extra aus Berlin angereist war. Von Polizeiruf-Kommissar Charly Hübner – er wurde in Neustrelitz geboren und wuchs in Feldberg auf - verlas Schauspielkollegin Karin Hartmann ein emotionales Bekenntnis zu einer lebendigen Theaterkultur.

Marco Zabel, einer der Aktivisten im Theaternetzwerk der Seenplatte, machte deutlich, dass es weitere Demonstrationen geben wird und er wünschte sich etwas, das es im Theater häufig gibt: ein „Happyend“. Davon dürfte der Standort Neubrandenburg/Neustrelitz aber noch weit entfernt sein. Die Stadtvertretersitzung, die zeitgleich tagte, strich zwar die geplante 1. Lesung des Eckwertepapiers der Landesregierung mit einem Staatstheater Nordost als Ziel von der Tagesordnung.  Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) signalisierte dem  Nordkurier jedoch, dass er ein aus Neustrelitz vorgelegtes Solidarmodell als Alternative zu den Plänen der Landesregierung (der Nordkurier berichtete) für nicht realistisch hält.

 

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