Umstrittener Brauch:

Liebesschlösser boomen im Norden

Liebesschlösser erfreuen sich auch in der Seenplatte wachsender Beliebtheit. Hunderte solcher Symbole sind auf der Herzinsel im Brückentinsee zu finden. So romantisch der Brauch aber auch ist – manchen ist er ein Dorn im Auge.

Auf der Herzinsel im Brückentinsee hängt das Geländer voller Schlösser.
Susanne Böhm Auf der Herzinsel im Brückentinsee hängt das Geländer voller Schlösser.

Was sich in Köln, Paris, Venedig und Rom großer Beliebtheit erfreut, findet auch in der Mecklenburgischen Seenplatte immer mehr Freunde: Verliebte nehmen ein Vor­hängeschloss, versehen es mit einer Inschrift, befestigen es an einer Brücke und werfen den Schlüssel ins Wasser. Damit ist ihre Liebe für immer besiegelt.

Die herzförmige Insel im Brückeninsee bei Wokuhl ist so ein Ort, an dem Paare das romantische Ritual vollziehen. Hunderte Schlösser in allen Größen, Formen und Farben baumeln an ­eigens zu diesem Zweck angefertigten Zäunen, die Inselhotelchefin  Barbara Karge im Jahr 2010 am Seeufer ­aufstellen ließ.

Doch so romantisch der Brauch auch ist: Nicht überall ist er gern gesehen. An der Brücke, die zur Mirower Liebesinsel führt, sind Vorhängeschlösser Denkmalschützern ein Dorn im Auge. „Wenn Denkmäler von anderen Gegenständen verdeckt werden, sind sie nicht mehr erlebbar“, sagt Friederike Drinkuth, Kuratorin der Staatlichen Schlösser und Gärten. „Wir gönnen den Leuten ihre Liebe von Herzen, bitten aber auch um Verständnis für unsere Liebe zu dem Denkmal.“