Stadtfraktionen auf Kurs gebracht?:

Theater-Eilsitzung hinter verschlossenen Türen

Kultusminister Mathias Brodkorb sollte am Mittwochabend in Neustrelitz tatsächlich für den Theaterkahlschlag in Neustrelitz werben. Bei ihrer eilig einberufenen gemeinsamen Fraktionssitzung wollten CDU und SPD aber niemand dabei haben.

Ob und auf was sich die Stadt-Fraktionen von CDU und SPD am Mittwochabend zu den Kahlschlagplänen für das Neustrelitzer Theater geeinigt haben, werden sie wohl erst am Donnerstag bei der Stadtvertretersitzung öffentlich machen.
NK-Bildmontage mit Fotos: © DDRockstar + © fotogestoeber - Fotolia.com Ob und auf was sich die Stadt-Fraktionen von CDU und SPD am Mittwochabend zu den Kahlschlagplänen für das Neustrelitzer Theater geeinigt haben, werden sie wohl erst am Donnerstag bei der Stadtvertretersitzung öffentlich machen.

Die Einladung soll den einen oder anderen wirklich überrascht haben: Eine gemeinsame Fraktionssitzung von SPD und CDU ist vor Neustrelitzer Stadtvertretersitzungen nicht gerade selbstverständlich. Die Fraktionen reden zwar in Sachfragen miteinander, allerdings sind sie nicht so „dicke Tinte“ wie die im Kreistag. Am Mittwochabend aber sollte Gemeinsamkeit beschworen werden. Sollte es sogar der Kultusminister richten und die Stadtvertreter von seinem Staatstheater Nordost überzeugen. Von der durch das Kultusministerium angestrebten Fusion der Theaterstandorte Neubrandenburg, Neustrelitz, Stralsund und Greifswald.

In dieser Angelegenheit war er schließlich auch schon klammheimlich bei CDU und SPD im Kreistag.  Indessen: Ob der Minister wirklich kam, blieb bis zum Abend offen. Die gemeinsame Fraktionssitzung fand zudem nicht öffentlich statt. Eine Bitte des Nordkuriers um Teilnahme wurde von CDU-Fraktionschef Andreas Petters höflich, aber bestimmt abgewiesen.

Zum Thema Theaterzukunft hatte eigentlich am Dienstag der zuständige Fachausschuss für Kultur und Tourismus schon eine klare Ansage gemacht. Er gab keine Empfehlung für einen Beschluss der Stadtvertretung. Zu groß die Unwägbarkeiten bei den auf dem Tisch liegenden Varianten für die Theaterzukunft. Zu viel, was dabei für die Stadt Neustrelitz auf dem Spiel steht. Das vom Theaternetzwerk erarbeitete Autonomiemodell enthalte Risiken, das Fusionspapier des Ministers aber genauso, machten beispielsweise die Ausschussmitglieder Hannelore Raemisch und Ernst August von der Wense deutlich.

Protest vor der Stadtvertretersitzung

In der Sitzung wurde auch auf das von der Gesellschaft Domus erarbeitete Gutachten über die Wirtschaftlichkeit sowohl von Autonomie- als auch von Fusionsmodell eingegangen. Deutlich gemacht wurde, dass das Autonomiemodell Defizite ausweise. Dies allerdings insbesondere, weil das Land bereits angekündigt hat, im Falle der weiteren Eigenständigkeit der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz die Landeszuschüsse um 500 000 Euro zu kürzen. Im Gegenzug ist das Land aber bei dem vom Kultusminister favorisierten Fusionsmodell zu Mehrausgaben für sogenannte Strukturhilfen bereit, mit denen etwa Kosten aus Abfindungen aufgefangen werden sollen.

Am Donnerstagabend beschäftigt sich die Stadtvertretung mit der Zukunft der Theater und Orchester GmbH. Die Sitzung findet wegen des erwarteten großen Interesses in der Aula der Integrierten Gesamtschule (IGS) in der Karbe-Wagner-Straße statt. Beginn ist um 18.30 Uhr. Bereits zu 18 Uhr hat das Theaternetzwerk die Strelitzerinnen und Strelitzer aufgerufen, in die Schule zu kommen und sich zum Theaterstandort Neustrelitz/Neubrandenburg zu bekennen.

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