Stadtvertreter sieht sich getäuscht:

Theater-Kahlschlagplan löst Entsetzen aus

Dem Neustrelitzer Theater geht es den Landesplänen zufolge gewaltig an den Kragen. Die Empörung ist groß - aber erstaunlicherweise nicht bei allen. Ein Stadtvertreter wirft dem Bürgermeister Täuschung vor.

"Carmina Burana" ist eine der Klassiker-Inszenierungen der Deutschen Tanzkompanie. Wie es mit dem seit vielen Jahren in Neustrelitz beheimateten Ensemble weiter geht, ist gerade unklar.
Jürgen Kunstmann "Carmina Burana" ist eine der Klassiker-Inszenierungen der Deutschen Tanzkompanie. Wie es mit dem seit vielen Jahren in Neustrelitz beheimateten Ensemble weiter geht, ist gerade unklar.

Neustrelitz steht womöglich der größte kulturelle Kahlschlag seiner fast 300-jährigen Geschichte bevor. Das Musiktheaterensemble am Landestheater soll den von Minister Matthias Brodkorb (SPD) aufgezwungenen Sparplänen geopfert werden. Ob die Deutsche Tanzkompanie noch Fördermittel bekommt, ist ungewiss.

Diese Nachrichten sorgen für Entsetzen. Wenngleich nicht bei allen: Intendant Joachim Kümmritz hält die getroffene Regelung für „künstlerisch vertretbar“. Landrat Heiko Kärger (CDU) sah keine andere Lösung.

Anders als die politischen Entscheider haben die künstlerisch Beschäftigten allem Anschein nach bis zuletzt nicht damit gerechnet, dass sich die Dinge so gegen sie richten können. „Uns hat es kalt erwischt“, beschreibt Willi Denne, Geschäftsführer der Deutschen Tanzkompanie, sein unter Schockstarre stehendes Ensemble.

Alle Diskussionen für die Katz?

Der Neustrelitzer Stadtvertreter Christian Arnold Krüger (Die Linke) hat sich in seiner Empörung mit einem offenen Brief an Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) gewandt. Arnold sitzt in der eigens vom Bürgermeister eingerichteten Steuerungsgruppe, mit der die Position der Stadt Neustreitz zur Theaterstrukturreform ausgehandelt werden sollte. Und er fühlt sich getäuscht.

„Wir kommen in Ausschüssen und Lenkungsgruppen zusammen, diskutieren, beratschlagen und kämpfen um den Erhalt unseres Theaters, sammeln Ideen und Vorschläge und reden uns die Münder heiß. Und in diesen zahlreichen Sitzungen können Sie uns nicht einmal andeutungsweise darüber informieren, in welche Richtung es gehen soll?“, fragt Arnold.

Er distanziert sich ausdrücklich von dem zwischen Vertretern der Landesregierung und den Theatergesellschaftern im Nordosten gefassten Beschluss, der noch von den Parlamenten vor Ort abgesegnet werden muss.

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