Schweriner Theater-Modell bevorzugt:

Reformgegner sauer auf Seenplatten-Kreistag

Der Kreistag der Seenplatte hat sich für ein großes Theaterkombinat im Nordosten des Landes ausgesprochen. Gegner der aus Schwerin betriebenen Theaterreform sind enttäuscht. Noch allerdings ist Zeit zum Handeln und es sind nicht alle Messen gesungen.

Christoph Kurzweil reicht die 15 000 Unterschriften für den Erhalt von Spartenvielfalt in Neustrelitz an Landrat Heiko Kärger weiter.
Thomas Kowarik Christoph Kurzweil reicht die 15 000 Unterschriften für den Erhalt von Spartenvielfalt in Neustrelitz an Landrat Heiko Kärger weiter.

Wieder kein guter Tag für das Neustrelitzer Theater: Der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte hat sich am Montag  mit den Stimmen der Mehrheit von CDU und SPD und auch mit der Stimme des Neustrelitzer Bürgermeisters Andreas Grund (parteilos) für eine Fusion der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz (TOG) mit dem Theater Vorpommern ausgesprochen. Der Kreistag folgte im Wesentlichen der aus dem Schweriner Kulturministerium vorgegebenen Beschlussvorlage. Ergänzt wurde ein Passus, wonach parallel zu den Fusionsplänen weiter Alternativen, die eine wirtschaftliche Perspektive für die TOG ausweisen, geprüft werden sollen.

Mit dem Votum vom Montag ist das Thema Theaterstrukturreform im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns allerdings noch nicht durch. Entscheidungen müssen auch noch die Neubrandenburger und die Neustrelitzer Stadtvertreter treffen. Letztere tagen nach Ostern.

Neustrelitzer wollen nicht aufgeben

Unter den Gegnern eines großen Theaterkombinats Nordost ist nach dem Kreistagsvotum der Seenplatte das Entsetzen verständlicherweise groß. Der Neustrelitzer Theaternetzwerker Marco Zabel sprach von einer gewaltigen Enttäuschung. "Der Kreistag geht ohne zeitliche Not den Weg des geringsten Widerstands und verweigert sich besseren gemeinsamen Lösungen. Das ist nicht nur für Neustrelitz bitter. Das ist ein weiterer Schlag ins Gesicht derer, die sich für die Kultur hierzulande einsetzen".  Die Stadt Neustrelitz dürfe jetzt aber nicht aufgeben. "Noch hat die Stadtvertretung es selbst in der Hand", sagte Zabel.

Nicht abfinden mit der Situation wollen sich auch die Gewerkschaften, wie Martin Majwski von der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) sagte. "Wir werden Kampfansagen machen", kündigte er an. Und Majewski verwies darauf, dass das vom Land angestrebte Staatstheater Nordost des Landes nach wie vor viele Unwägbarkeiten aufweisen würden. Es würde nicht offen mit Zahlen gearbeitet. Martin Majewski gehört ebenfalls dem Theaternetzwerk an. Er hat wesentlich am Alternativmodell zum Staatstheater Nordost mitgearbeitet. "Wir sind nach wie vor bereit, zu diskutieren und Vorschläge zu machen". Ziel müsse es sein, die größtmögliche Eigenständigkeit der Theater zu erhalten, so der Gewerkschafter.

Bürgermeister steht zur Entscheidung

Stadtpräsident Christoph Poland (CDU), der auch dem Theaterförderverein des Landestheaters vorsteht, wollte sich am Dienstag auf Nachfrage des Nordkurier zu dem Thema nicht weiter äußern. Er müsse erst noch recherchieren. Poland ist auch Kreistagsabgeordneter, hatte aber Nordkurier-Informationen zufolge an der Sitzung am Montag nicht teilgenommen.

Der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund verteidigte seine Entscheidung.  "In Abstimmung mit den Gremien im Kreis und Neubrandenburg haben wir uns bemüht, eine Form zu finden, die zulässt, Alternativen zu prüfen und die in den Vertretungen  zustimmungsfähig sein könnte", erklärte das Stadtoberhaupt. Grund plädierte zudem für eine einvernehmliche Beschlusslage in Neubrandenburg, Neustrelitz und im Kreis. "Wenn das nicht gelingt, dann zerbricht die Gesellschaft".

Die Theaterreformpläne des Landes, wonach Neustrelitz sein Musiktheater und die Deutsche Tanzkompanie verlieren soll, sind seit dem 12. Dezember 2014 bekannt.

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