Drama auf der Koppel:

Tierfreund sorgt sich um vernachlässigte Schafe

Obwohl sie ihm gar nicht gehören, füttert Andreas Jeschke knapp 30 Tiere. Ohne ihn, davon ist er überzeugt, würden sie verhungern. Die Behörden unternehmen seiner Ansicht nach viel zu wenig.

Andreas Jeschke hat eine ganze Schafherde zu versorgen. Er befürchtet: Wenn er nicht füttert, tut es niemand.
Susanne Böhm Andreas Jeschke hat eine ganze Schafherde zu versorgen. Er befürchtet: Wenn er nicht füttert, tut es niemand.

Andreas Jeschke aus Userin ist Schäfer wider Willen. Obwohl ihm die Tiere nicht gehören, versorgt er seit Monaten eine knapp 30-köpfige Herde auf einer Weide im Nachbardorf Lindenberg. Der Tierfreund ist überzeugt, dass die Schafe von ihren Besitzern vernachlässigt werden und ohne ihn längst verhungert wären. Zu Wochenbeginn verendete bereits ein Schaf auf der Koppel.

„Die Weide ist viel zu klein. Von dem bisschen, was hier wächst, können die Tiere nicht leben“, sagt Jeschke. Daher bringt er alle paar Tage Heu zur Koppel, verfüttert außerdem Kraftfutter - alles auf eigene Kosten. Auch die Wasserversorgung bereitet ihm Sorgen. Obendrein sei der Wildzaun nicht für Schafe geeignet: "Die Maschen sind zu groß. Die Schafe stecken ihre Köpfe hindurch, kommen aber nicht mehr heraus. Die strangulieren sich irgendwann selbst.“ Zwei Mal schon hätten sich Schafe im Zaun verfangen.

Jeschke sieht die Behörden in der Pflicht. Beim Veterinäramt des Landkreises seien Anzeigen wegen nicht artgerechter Tierhaltung eingegangen, bestätigt Landkreis-Srecherin Haidrun Pergande. Die Amtstierärzte seien den Hinweisen nachgegangen, die Schafen hätten aber keinen vernachlässigten Eindruck gemacht. Jeschke steckt nun in der Zwickmühle: Füttert er weiter, finden die Veterinäre stets gut genährte Schafe vor, stellt er seine Bemühungen ein, fürchtet er, dass die Tiere verhungern. Die Besitzer der Schafe waren für den Nordkurier nicht zu erreichen.

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