Affe in der Patsche:

Tiergarten will Shorty loswerden

Ausreißer Shorty führt derzeit zwar in seinem Privatkäfig ein Leben wie im Schlaraffenland, aber das kann nicht so bleiben. Der Neustrelitzer Tiergarten versucht weiterhin, den Affen in einen anderen Zoo zu vermitteln.

Shorty auf der Flucht. Der Affe hatte sich mit einer Deko-Banane auf den Baum gerettet.
NK-Archiv Shorty auf der Flucht. Der Affe hatte sich mit einer Deko-Banane auf den Baum gerettet.

Noch ist Shorty ein Strelitzer. Der Berberaffe aus dem Tiergarten der Stadtwerke Neustrelitz soll aber möglichst bald umziehen. So sieht zumindest die favorisierte Lösung für das Affen-Dilemma aus, das im vorigen Oktober in einem Ausbruch von Shorty gipfelte. Aus Angst vor den Attacken seiner Artgenossen hatte der Affe den Stromzaun seines Geheges überwunden und war in die Stadt geflüchtet. Erst einen Tag später war es Tierpflegern gelungen, den Ausreißer wieder einzufangen.

Das Tier kam anschließend im Freigehege in einen Extra-Käfig, um es einerseits von der Affenhorde zu trennen, anderseits aber in Sichtkontakt seiner Artgenossen zu lassen. Bis heute hat sich an dieser Ausgangssituation nicht viel verändert. Insbesondere Affenchef Chip hat was gegen den jüngeren Rivalen. „Uns ist inzwischen klar geworden, dass Shorty nicht zurück zur Gruppe kann“, sagt nun Constanze Köbing, Abteilungsleiterin Tiergarten. Anfangs hatten die Tierpfleger noch gehofft, dass sich die Horde wieder zusammenraufen kann. Dafür gebe es aber keine Anzeichen, sondern eher das Gegenteil sei der Fall. „Der Chef der Affen sitzt meist oben im Baum und beäugt Shorty recht misstrauisch“, erklärt Köbing. Eine Familienzusammenführung würde wohl schiefgehen, ist sie sich ziemlich sicher.

Im besten Affen-Alter

Das Leben im Extra-Käfig ist als Zwischenlösung ganz okay. „Shorty lebt derzeit wie im Schlaraffenland, weil er sich sein Futter nicht mit den anderen teilen muss“, sagt Köbing. Trotzdem kann das nicht die Dauerlösung sein – und das soll es auch nicht. Zoologische Gärten und Tierparks stehen regelmäßig per Rundmail in Kontakt, in welchen für die Zucht gesuchte und angebotene Tiere aufgelistet werden. Shorty ist dort nun zu finden.

„Deswegen haben wir auch von der Idee Abstand genommen, ihn zu kastrieren“, sagt Köbing. Weil kastrierte Tiere ruhiger sind, wäre so eventuell auch Ruhe in die Gruppe gekommen. Zoos, die allerdings ein junges Zuchtmännchen suchen, brauchen natürlich einen unversehrten Affen. Und Shorty, geboren 2010, ist im besten Affenalter für die Zucht. „Wir warten jetzt den Rücklauf auf unser Angebot ab“, hofft Köbing, dass die Vermittlung in einen anderen Tiergarten klappen könnte.

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