Storchenbilanz:

Trauernde Rotschnäbel bleiben Einzelfälle

In Peckatel und Friedrichs­felde sind dieses Jahr alle Storchenküken gestorben. Viele andere Brutpaare haben aber mehr Glück.

Jungstörche in Ollendorf
Susanne Böhm Jungstörche in Ollendorf.

Die beiden Jungstörche in Ollendorf lungern in ihrem Nest, betreiben Gefiederpflege, lassen sich den Sommerwind um die Schnäbel wehen und verschlingen gierig, was die Eltern ihnen auftischen. Es geht ihnen gut. So viel Glück hatten nicht alle Storchenküken, die in diesem Jahr im Strelitzer Land geschlüpft sind.

22 Elternpaare haben im Raum Neustrelitz gebrütet. 16 von ihnen gelang es, ihre Jungen groß zu ziehen, geht aus der Storchenbilanz des Naturschutzbundes (NABU) hervor. Zu sogenannten Totalverlusten kam es in Peckatel und Friedrichsfelde, berichtet der Regionalvorsitzende Erwin Hemke. Dort starben alle Küken nach wenigen Tagen. „Vielleicht lag es am kühlen Wetter im Mai“, meint der Experte. Die Eltern, nach dem Tod ihrer Kinder vom Brut- und Pflegebedürfnis getrieben, begannen neue Horste auf Masten zu bauen. Aber es war zu spät, sie wurden nicht mehr fertig.

Trotz dieser traurigen Schicksale war es kein schlechtes Jahr für die schwarz-weißen Vögel. 43 Jungtiere wurden flügge. Das bewertet Hemke als „normal, im Durchschnitt der vergangenen Jahre“. 2012 sind 48 junge Störche ausgeflogen, 52 im Jahr davor, 2010 waren es 40. Spitzenreiter diesmal sind die Störche in Watzkendorf und Fürstenhagen. In jedem der beiden Horste wuchsen vier Junge auf.

An Nistplätzen gibt es in der Region keinen Mangel. Die Zugvögel konnten unter 52 Horsten wählen. Bei der Futtersuche jedoch haben sie es zunehmend schwer, „da sieht es nicht so rosig aus“.

Kopfzerbrechen bereitet dem Storchenbeobachter auch des Verhalten vagabundierender Paare. Eines lebt am Rödliner, eines am Dolgener See. Beide konnten unter mehreren Nestern wählen, probierten alle aus, brüteten aber in keinem. Niemand weiß, was die Vögel störte.