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Treppe und Bohlen sollen für trockene Festspielfüße sorgen

VonSusanne SchulzAuf dem Schlossberg in Neustrelitz entsteht gerade die Bühne für „Gräfin Mariza“ und ihr Gefolge. Für den Farbanstrich dürfte ...

… und dort die Auffahrt für den Oldtimer: Heinrich Pfeilschifter (rechts), Technischer Direktor des Theaters, im Gespräch mit Hans-Joachim Lieske von der Firma Werdermann  FOTO: Susanne Schulz

VonSusanne Schulz

Auf dem Schlossberg in Neustrelitz entsteht gerade die Bühne für „Gräfin Mariza“ und ihr Gefolge. Für den Farbanstrich dürfte allerdings das Wetter etwas freundlicher ausfallen.

Neustrelitz.Von den paar Tropfen lassen sich Bauleute doch nicht beeindrucken: Auch bei Nieselregen wird auf dem Neustrelitzer Schlossberg feste gearbeitet an der Bühne für die diesjährigen Festspiele im Schlossgarten. Neuer Spielort, neue Bedingungen – aber glücklicherweise muss nicht alles neu erfunden werden. Die in den Vorjahren genutzte Hauptbühne, 22 Meter breit und 14 Meter tief, wird indes diesmal von zwei Seitenbühnen flankiert, erklärt Heinrich Pfeilschifter, Technischer Direktor der Theater und Orchester GmbH. Aus Zuschauersicht rechts wird wieder das überdachte Orchesterpodest seinen Platz haben, dahinter
in Richtung Tiergarten werden Zelte für Kostüme und Maske errichtet.
Dass nicht mehr solcheHöhenunterschiede ausgeglichen werden müssen wie zuvor am Hang im Schlossgarten, mag es den Bühnenbauern etwas leichter machen. Zur Routine wird die Aufgabe trotzdem nicht, weiß Unternehmer Bernd Werdermann, bewährter Partner bei diesem Unterfangen. Alle Jahre wieder sind schließlich Details des Bühnenbildes schon beim „Unterbau“ zu berücksichtigen – wie diesmal drei kleine Masten, denen in der Kulisse der Operette „Gräfin Mariza“ Bedeutung zukommt.
Der in drei Ebenen angelegte Bühnenboden derbisherigen Festspieljahre kommt erneut zu Ehren. Dass das darunter befindliche Gewölbe weder Schaden nimmt noch zur Gefahr werden kann, ist gutachterlich abgesichert, erklärt Pfeilschifter. Auch ein glamouröser Auftritt per Oldtimerfahrt stellt die Experten nicht vor Probleme: „Hier sind dicke Balken verlegt, die das aushalten“, weist der Technische Direktor auf die Schrägen vor der Spielfläche.
An deren Rückseite wiederum sorgen Treppchen und Holzbohlen dafür, dass die Mitwirkenden trockenen Fußes auf die Bühne und wiederzurück zu jenem Zelt gelangen, in dem sie sich umkleiden: Schließlich „spielen“ mehr als 300 Kostüme mit, wenn Operndirektor Wolfgang Lachnitt die „Gräfin Mariza“ zu opulentem Freilicht-Leben erweckt.
Vom 21. Juni bis 14.Juli sind auf dem Schlossberg 15 Vorstellungen der Operette zu erleben. Und sicher wird Bernd Werdermann auch in diesem Sommer mehr als einmal im Publikum sitzen: Für den engagierten Firmenchef gehören die Festspiele unbedingt dazu, wenn er fürprivateGäste ein Ausflugsprogramm zusammenstellt.
Wie sehr die Künstler darauf warten, auf der großen Bühne zu proben, ist Pfeilschifterallemal bewusst. Da darf das Wetter gern ein wenig nachhelfen: Schließlich muss es verlässlich trocken bleiben, wenn die Fläche ihren Farbanstrich erhält.

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susanne.schulz@nordkurier.de