Zu viel Lärm:

Trinkgelage und Musik: Flöße werden zur Plage

Hausboote werden bisweilen zu schwimmenden Partyinseln zweckentfremdet. All jenen, die auf dem Wasser Ruhe suchen, geht der Ballermann-Tourismus gewaltig auf die Nerven.

Diese harmlosen Floßfahrer, hier an der Schleuse in Strasen, vermiesen ihren Mitmenschen sicher nicht den Urlaub auf dem Wasser. Es soll aber auch ganz andere Reisegruppen geben, die laute Musik und Saufgelage veranstalten.
Susanne Böhm Diese harmlosen Floßfahrer, hier an der Schleuse in Strasen, vermiesen ihren Mitmenschen sicher nicht den Urlaub auf dem Wasser. Es soll aber auch ganz andere Reisegruppen geben, die laute Musik und Saufgelage veranstalten.

Feuchtfröhliche Trinkgelage, dröhnende Musik, platschende Sprünge vom Oberdeck – auf den Flößen, die in zunehmender Anzahl über die Gewässer in der Seenplatte schippern, scheint es oft hoch her zu gehen. Beim Nordkurier melden sich immer wieder Anrufer, die sich über Lärmbelästigung durch Partyflöße beklagen.

Eine Strasenerin schilderte, was sie so alles auf dem Ellbogensee erlebt. „Auf manchen Flößen werden regelrechte Diskotheken veranstaltet, da dröhnt die Musik aus großen Anlagen. Das hat zugenommen. Wir brauchen keinen Ballermann-Tourismus.“ Sie vermisse die Wasserschutzpolizei auf den Seen. Auch der Neustrelitzer Fischer Rüdiger Glashagen, der sowohl beruflich als auch privat sehr oft auf dem Wasser ist, kann von den Flößen ein Liedchen singen. „Die Hausboote werden allmählich eine Plage. Sie werden immer mehr und immer größer, manche erinnern an schwimmende Wohnblöcke. Und Alkohol wird da kräftig konsumiert.“ Er habe Verständnis dafür, dass diese Art der Freizeitgestaltung vielen Menschen Spaß macht, er könne auch verstehen, dass Floßverleiher die Marktlücke nutzen. „Aber meiner Meinung nach ist die Lücke mittlerweile übermäßig gefüllt.“

Die Ämter kennen die Beschwerden noch gar nicht

Bei dem Vercharterungsunternehmen Tom Sawyer Tours gehen regelmäßig Beschwerden ein. „Bei einem Junggesellenabschied oder einer Geburtstagsparty kann es schon mal lauter werden. Wir bekommen hin und wieder erboste E-Mails oder Anrufe. Das geht allen Floßanbietern so“, sagt Mitarbeiterin Steffi Tews. „Wir sagen den Leuten bei der Einweisung, dass sie sich ordentlich verhalten sollen. Mehr können wir nicht tun.“

In den Behörden sind die Sorgen der Wasserwanderer offenbar noch gar nicht richtig angekommen. „Bei uns gab es bisher keine Anzeigen“, sagt Petra Mewes aus dem Ordnungsamt der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Auch bei den Dienststellen der Wasserschutzpolizei in Mirow und Neubrandenburg sind keine Klagen eingegangen. Die Gewässerpolizei konzentriert sich wegen ihrer dünnen Besetzung auf große Seen wie die Müritz, sagt Dirk Petrat von der Dienststelle in Waren. Auf den kleineren Gewässern bei Mirow, Neustrelitz und Feldberg sei die Polizei nur für „temporäre Bestreifungen“ präsent. Bei Lärmbelästigungen durch Feier-Flöße handele es sich um Ordnungswidrigkeiten. Spezielle Vorschriften, sich auf Gewässern besonders ruhig zu verhalten, gebe es nicht.

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