Das soll bürgernah sein?:

Umzug des Sozialamts bringt Strelitzer auf die Palme

Schon wieder verschwindet etwas aus Neustrelitz: Das kreisliche Sozialamt zieht nach Neubrandenburg. Wieder werden die Schwächsten benachteiligt. Ob eine Sondersitzung offene Fragen klären kann?

An der Woldegker Chaussee werden in den nächsten Wochen Umzugskartons gepackt. Gerade für die Menschen, die es brauchen, rückt das Sozialamt damit in weite Ferne.
Tobias Lemke, SENTELLO - Fotolia.com, Bodo Marks, Holger Hollemann An der Woldegker Chaussee werden in den nächsten Wochen Umzugskartons gepackt. Gerade für die Menschen, die es brauchen, rückt das Sozialamt damit in weite Ferne.

Die bevorstehende Zusammenlegung der kreislichen Sozialämter in Neubrandenburg sorgt an den bisherigen Standorten - in Waren ebenso wie in Neustrelitz - für Empörung. Heidi Borchert, die Neustrelitzer Vorsitzende des bundesweit agierenden Vereins Lebenshilfe, sieht darin einen "Akt der Bürger­unfreundlichkeit“. Sie fürchtet Nachteile vor allem für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. 

Auch die Tatsache, dass in Neustrelitz im Bürger-Service-Büro an der Woldegker Chaussee künftig eine fachliche Beratung zu sozialen Fragen vorgehalten wird, kann die Fachfrau nicht beruhigen. Was nütze ein Formular, dass entgegengenommen werde, oder ein weiterer Beratungstermin, der angeboten werde? Unter Umständen sei schnelles Handeln gefragt. „Die Schwächsten der Gesellschaft werden wiederum benachteiligt“, findet Heidi Borchert.

Der Umzug der Sozial­ämter nach Neubrandenburg beschäftigt heute Nachmittag auch den Sozialausschuss des Kreistages bei einer Dringlichkeitssitzung, die in Neustrelitz stattfindet. Die Fraktion der Linken hat sie beantragt und auch gleich einen Fragenkatalog eingereicht. Dabei geht es vor allem auch um das Thema Bürgernähe, entstehende Fahrtkosten und eventuelle Mehraufwendungen, die der Landkreis für die angemieteten Büroräume in der Neubrandenburger Hochstraße zu zahlen hat.

 

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Kommentare (2)

Die Parteien die die Gebietsreform beschlossen haben, gehören im Herbst 2016 bei der Landtagswahl abgestraft. Sie haben nicht im Sinne der Demokratie (Volk) gehandelt, sondern aus eigenen Ermessen heraus.Die Kosten die Entstehen, tragen Wir Bürgerinnen und Bürger. Sie haben sich gegen das Volk erhoben und Signale ignoriert und weggeschaut. Die Reform ist jetzt schon gescheitert, obwohl sich noch nicht komplett vollzogen ist. Die Bürgerinnen und Bürger müssen weite Wege bestreiten zu den Ämtern im neuen Kreis. Gibt es die Fahrkosten erstattet,natürlich NICHT!!!

es war schon immer so das der hund zum herrn geht und es wird auch so bleiben....armes deutschland, schon wieder etwas weniger bürgernähe.