Völlig vernetzt:

Und in der Not hilft auch mal der Teledoktor

Mirows Ärztezentrum wächst Schritt für Schritt weiter. Dabei reißen sich die Fachärzte nicht gerade darum, in der Kleinstadt zu arbeiten. Um alle Fachbereiche abzusichern, ist eine neue Methode der Diagnostik angedacht: die Telemedizin.  

Mirow braucht Fachärzte. Die neuestes Idee: Diagnose per Telemedizin.
© Stauke - Fotolia.com Mirow braucht Fachärzte. Die neuestes Idee: Diagnose per Telemedizin.

Das Mirower Gesundheitshaus entwickelt sich seit seiner Eröffnung im Sommer 2013 kontinuierlich weiter. Bis zum Jahr 2016 soll das Haus, in dem es neben Facharztpraxen auch therapeutische Zusatzangebote wie Physiotherapie, medizinische Fußpflege, Röntgen und Suchtberatung gibt, zu einem Rehazentrum ausgebaut werden. Den aktuellen Stand stellte Rolando Schadowski, stellvertretender Landes-Leiter der Techniker Krankenkasse (TK), jetzt den Mirower Stadtvertretern vor.

Demnach ist das Gesundheitshaus in Mirow landesweit einer von fünf Standorten des Praxisnetzwerks „Der zufriedene Patient“, das die TK zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, im ländlichen Raum ambulante Versorgungsstrukturen vorzuhalten und den Einwohnern eine Wohnort nahe ärztliche Betreuung zu bieten. „Es ist nicht einfach, eine medizinische Versorgung im ländlichen Bereich aufzubauen“, so Rolando Schadowski. Viele Fachärzte würden keine Veranlassung sehen, in Mirow eine Praxis einzurichten, noch mal zu investieren. Zur Zeit seien die TK und die Betreibergesellschaft dabei, Fachärzte zu gewinnen. „Ein Orthopäde und ein Schmerztherapeut haben den Vertrag bereits unterschrieben, mit einer Gynäkologin und einem Pulmologen sind wir im Gespräch.“ Ein Hals-Nasen-Ohrenarzt habe jedoch abgesagt. „Wir müssen Überzeugungsarbeit leisten.“ Die TK bemühe sich um Fördermittel für medizinische Geräte und suche mit der Kassenärztlichen Vereinigung nach Möglichkeiten, den Ärzten die Abrechnungen zu erleichtern. Trotz aller Anstrengungen werde es jedoch nicht gelingen, alle medizinischen Fachrichtungen nach Mirow zu holen.

Ein Greifswalder will mitmachen

Doch auch für dieses Problem gebe es eine Lösung: die Telemedizin, die Diagnostik per Telefon und Bildschirm. „Wir versuchen, den Bereich Dermatologie über Telemedizin abzusichern.“ Ein Dermatologe in Greifswald sei bereit, via Standleitung und Bildschirm im Mirower Gesundheitshaus zu arbeiten. „Wenn ein Patient kommt, der einen Hautarzt braucht, können die Hausärztinnen in Mirow den Kontakt mit dem Arzt in Greifswald herstellen.“ In anderen großflächigen Ländern, zum Beispiel Australien, wird diese Möglichkeit, die räumliche Trennung zwischen Arzt und Patient zu überbrücken, schon lange praktiziert. Diese Ausbaustufe des Mirower Ärztehauses werde voraussichtlich 2016 abgeschlossen.

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