Ermittlungen laufen ins Leere:

Vergiftungsfälle bleiben ungeklärt

Hat jemand systematisch Hunde vergiftet? Oder sind die Tiere zufällig an Chemikalien gelangt? Trotz einer Obduktion kann die Frage, was in Wesenberg geschah, wohl nie endgültig beantwortet werden.

Schlittenhündin Evita musste eingeschläfert werden. Ob sie aber Giftköder gefressen oder nur zufällig gefährliche Chemikalien geschluckt hat, konnte bei der Obduktion nicht festgestellt werden.
Guido Meincke Schlittenhündin Evita musste eingeschläfert werden. Ob sie aber Giftköder gefressen oder nur zufällig gefährliche Chemikalien geschluckt hat, konnte bei der Obduktion nicht festgestellt werden.

Nach dem Tod mehrerer Hunde in Wesenberg gibt es noch immer keine neuen Erkenntnisse. „Bei uns ist kein einziger Hinweis auf einen möglichen Täter eingegangen“, sagt Judith Pein, Sprecherin der Tierschutzorganisation Peta, die gemeinsam mit einer eigens gegründeten Interessengemeinschaft Wesenberger Hundefreunde eine Belohnung ausgesetzt hatte.

Im November und Dezember hatten drei Vergiftungsfälle Angst und Sorgen geschürt. Schlittenhündin Evita musste mit schweren Vergiftungssymptomen eingeschläfert werden, Terrierhündin Jule ringt bis heute um ihr Leben, ein Großpudel immerhin überstand eine Vergiftung ohne bleibende Folgen.

Die Kriminalpolizei schließt inzwischen aus, dass zwischen den Fällen ein Zusammenhang besteht, bestätigt aber „noch einzelne Ermittlungshandlungen“. Nach dem Zeugenaufruf seien zwar einige Hinweise eingegangen, zum Täter führten sie aber nicht.

Aufmerksamkeit hat vielleicht weitere Taten verhindert

Guido Meincke, dessen Hündin Evita eingeschläfert werden musste, sieht die Sache im Sande verlaufen. Bei der Obduktion konnte nichts nachgewiesen werden: „Es können alle möglichen Chemikalien gewesen sein: Fensterreiniger, Frostschutzmittel, Bremsenreiniger – das lässt sich nicht spezifisieren.“ Nach Ansicht der Polizei bleibt unklar, ob die Hündin vergiftet wurde oder ob sie zufällig eine giftige Substanz geschluckt hat.

Auch wenn die Fälle vielleicht nie aufgeklärt werden, hat die öffentliche Diskussion nach Einschätzung der Organisation Peta etwas gebracht. „Vielleicht wurden Täter abgeschreckt, weitere Taten verhindert. In jedem Fall aber wurden die Leute sensibilisiert“, so Judith Pein.