Flüchtlinge willkommen:

Vermieter bemühen sich um ausländische Nachbarn

In Neustrelitz verläuft die Unterbringung von Asyl­bewerbern offenbar weitgehend problemlos. Die Wohnungsgesellschaft profitiert sogar davon. Und denkt noch einen Schritt weiter – aber dazu ist die Politik gefragt.   

Bislang können Asylbewerber oft nur kurze Zeit in den ihnen zugedachten Wohnungen bleiben.
Patrick Pleul Bislang können Asylbewerber oft nur kurze Zeit in den ihnen zugedachten Wohnungen bleiben.

Die Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft neuwo möchte mehr Wohnungen für Asylbewerber zur Verfügung stellen und ausländische Familien, die das Asylverfahren erfolgreich durchlaufen haben, damit zum Bleiben in Neustrelitz motivieren.

Denn die Zuwanderer würden wegen der gravierenden demografischen Probleme in der Region dringend gebraucht, mahnt Geschäftsführer Falko Herschel. „Was wir im ­Augenblick erleben, ist eine permanente Rotation von Asylbewerbern durch unsere Wohnungen", stellt er fest. "Da machen Integrationsbemühungen wenig Sinn.“ 22 Wohnungen sind derzeit durch Asylbewerber belegt. Die Miete kommt pünktlich, und ernsthaftere Probleme mit den deutschen Nachbarn sind Herschel nicht bekannt.

Allerdings hatte das Unternehmens selbst für Irritationen gesorgt, als es auf seiner Internetseite die deutschen Mieter ermutigte, mit ihren ausländischen Nachbarn ins Gespräch zu kommen, zum Beispiel über die Hausordnung. „Eigentlich ging es mir nur um soziale Kontakte“, sagt Herschel. Statt dessen erntete er den Vorwurf, ein Ausländerfeind zu sein. Schließlich kümmerten sich auch Deutsche nicht um die Hausordnung. „Wir haben uns beeilt, den Eintrag im Internet zu löschen.“

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Kommentare (2)

Natürlich kommt die Miete pünktlich. Denn die wird schließlich von der Adminstration bezahlt. Das Flüchtlinge gebraucht werden um den demographischen Wandel entgegenzuwirken, ist allen Menschen eine Ohrfeige, die nicht den Mut haben eine Familie zu gründen, weil es in dieser Gesellschaft schlichtweg ein ökonomisches Risiko sondergleichen darstellt. Menschen als Importgüter um den Wohnungsbestand zu füllen. Widerlich!

Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Region ist eine Tatsache. Da tut es weh, wenn solche nach absolviertem Asylverfahren hierzulande in den Westen abwandern. Zumal, wenn sie durch die favorisierte dezentrale Unterbringung schon Kontakte zu ihren Nachbarn und dem Wohnort haben. Dass der Vermieter nebenbei noch leer stehende Wohnungen auslastet, geschenkt. Wäre das sein alleiniges Interesse, wäre es wirklich widerlich. Aber der Mann denkt schlichtweg weiter. André Gross/Nordkurier