Dilemma an der Schleuse:

Verschlossen! Diese Brücken-Tür ist nichts für Urlauber

Auf der Brücke an der Diemitzer Schleuse stehen viele Urlauber vor verschlossener Tür. Die Pforte, die hinunter zum Kanal führt, ist stets und ständig abgeschlossen. Aus welchem Grund eigentlich?

Auf der Diemitzer Brücke rütteln viele vergebens an der Klinke. So wie die beiden Männer, die sich wundern, dass die Tür verschlossen ist.
Susanne Böhm Auf der Diemitzer Brücke rütteln viele vergebens an der Klinke. So wie die beiden Männer, die sich wundern, dass die Tür verschlossen ist.

Ist das ein Schildbürgerstreich? Eckhard Frank aus Friedland fühlt sich ein bisschen veralbert, wenn er auf der Brücke an der Diemitzer Schleuse steht. Im Brückengeländer ist eine kleine Tür, hinter der eine Fußgängertreppe hinunter zum Müritz-Havel-Kanal führt. Die Tür ist allerdings stets verschlossen, seit Jahren schon. Da kann Eckhard Frank noch so oft an der Klinke rütteln, die Pforte lässt sich nicht öffnen. „Wozu wurde denn hier überhaupt eine Tür eingebaut, wenn niemand sie benutzen kann?“, fragt er. Hat sich das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde (WSA), das Brücke samt Geländer im Jahr 2012 erneuern ließ, hier einen Scherz erlaubt?

Keinesfalls, sagt Tobias Aue von der WSA-Außenstelle in Canow. Die Tür werde durchaus benutzt, allerdings seien weder Tür noch Treppe für die Öffentlichkeit gebaut worden, sondern für Wartungsarbeiten. Wenn am Fuß der Brücke Wartungs- oder Pflegearbeiten durchgeführt werden, gehen die beauftragten Fachleute durch das Tor, ansonsten darf niemand da durch.

 

Vor Ort ist allerdings schlecht erkennbar, dass dies kein öffentlicher Durchgang ist. Eckhard Frank ist längst nicht der einzige, der vor verschlossener Tür steht. „Wenn hier Hochbetrieb ist, stehen viele Leute mit ihren Booten vor der Schleuse in der Warteschleife. Die steigen dann aus, wollen auf die Brücke, um zu gucken, was an der Schleuse los ist, laufen die Treppe hoch und bekommen die Tür nicht auf. Viele schimpfen dann und finden, das ist ein Schildbürgerstreich“, schildert Eckhard Frank seine Beobachtungen. Der Friedländer verbringt seit Jahrzehnten seinen Urlaub auf dem Feriengelände an der Diemitzer Schleuse und erlebt die Diskussionen an der Tür fast täglich mit.

Kann das Schifffahrtsamt die Tür nicht einfach offen lassen, damit jeder durchkommt? Das ist nicht vorgesehen, sagt Tobias Aue. Für Fußgänger gebe es einen anderen, bequemeren Fußweg hoch zur Brücke. In der Praxis ist der unscheinbare Weg jedoch nicht so beliebt wie die weithin sichtbare Treppe, die zur verschlossenen Tür führt. Die Urlauber haben unterdessen selbst einen Ausweg aus dem Dilemma gefunden: Nur ein paar Meter neben der Tür endet das Brückengeländer. Rings herum führt ein kleiner Trampelpfad.

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