Spitzenplätze in der Freizeit-Schifffahrt:

Viel los an den Strelitzer Schleusen

Alle Top-Platzierungen gehen in die Mecklenburgische Kleinseenplatte. In der Region wurden auch 2015 die meisten Sportboote geschleust. Ein Bootsfahrstuhl liegt mit weitem Abstand ganz vorne.

Wer an der Diemitzer Schleuse Dienst schiebt, der hat im Sommer viel zu tun. An der Ampel gibt Dirk Christ per Lichtzeichen ein Signal zum Einfahren. An besonders belebten Tagen passieren mehr als 500 Boote die Staustufe.
Foto: Tobias Lemke Wer an der Diemitzer Schleuse Dienst schiebt, der hat im Sommer viel zu tun. An der Ampel gibt Dirk Christ per Lichtzeichen ein Signal zum Einfahren. An besonders belebten Tagen passieren mehr als 500 Boote die Staustufe.

Die Schleusen in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte belegen erneut die Spitzenplätze bei der Freizeitschifffahrt. Wie schon in den Vorjahren steht dabei mit großem Abstand an erster Stelle die Schleuse Diemitz in der Müritz-Havel-Wasserstraße. Dort wurden 2015 knapp 40 000 Sportboote gezählt. „Unser Bereich bleibt damit beliebtestes Sportbootrevier in Deutschland“, sagt Peter Münch, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Eberswalde.

An der Diemitzer Schleuse wechseln sich im Hochsommer im Schichtsystem vier Wärter ab, die ungefähr alle 15 Minuten das Becken fluten oder eben Wasser herauslassen. Boote müssen an der Stelle zwischen Vilzsee und Labussee einen Höhenunterschied von 1,40 Meter überwinden. Das funktioniert ganz ohne Pumpen, allein per Knopfdruck und Öffnen der Schleusentore.

Mit der Statistik für das Jahr 2015 werde zudem die Annahme widerlegt, dass automatisierte Schleusen weniger leistungsfähig seien, betont Münch. So konnte die in Selbstbedienung nutzbare Schleuse Wolfsbruch rund 32 000 Sportboote im vorigen Jahr verzeichnen. Die Schleuse weise damit einen sehr hohen Durchlauf nach. Die Automatisierung hatte in der Vergangenheit auch kritische Stimmen laut werden lassen. Es wurde befürchtet, dass die Schleusungen länger dauern und sich im Hochsommer lange Staus bilden.

Inzwischen gibt es auch im Mecklenburger Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes eine automatisierte Staustufe. Im Vorjahr wurde die Schleuse Voßwinkel modernisiert und kommt seither ohne Wärter aus. Freizeit- und Fahrgastkapitäne bedienen dort die Technik selbst.