Was wird aus Klein Daberkow?:

Viele Fragezeichen um Hähnchenmast-Pläne

Gähnende Leere auf dem Acker, auf dem die größte Geflügelmastanlage Nordostdeutschlands gebaut werden sollte. Die Fläche hat den Besitzer gewechselt. Der Neue allerdings hüllt sich in Schweigen.

Was wird aus den seit Jahren schwelenden Plänen um eine Hähnchenmastanlage? Der neue Eigentümer des Geländes ist derzeit zu keiner Auskunft bereit.
Fotos: Susanne Böhm, Karin Jung/pixelio.de/Montage: Jörg van Betteray Was wird aus den seit Jahren schwelenden Plänen um eine Hähnchenmastanlage? Der neue Eigentümer des Geländes ist derzeit zu keiner Auskunft bereit.

Ein riesiges Fragezeichen steht über dem Landstück bei Klein Daberkow, auf dem die größte Hähnchenmastanlage Nordostdeutschlands entstehen sollte. Acht Ställe mit insgesamt 400 000 Mastplätzen waren für einen Acker in der Gemeinde Groß Miltzow geplant. Schon 2012 sollte die Anlage in Betrieb gehen und jährlich bis zu 3,2 Millionen Tiere ausstoßen. Getan hat sich aber nicht viel. Ein Hügel wurde abgetragen, um Baufläche zu schaffen. Ein Bauzaun mit dem Schild „Betreten verboten“ schwankt im Wind. Zwei Bagger stehen verwaist auf dem Feld.

Zu keinem Gespräch bereit

Veränderungen gab es jedoch im Verborgenen. Neuer Geschäftsführer der Mecklenburger Hähnchenmast GmbH ist Ernst Stenmans aus Kerken in Nordrhein-Westfalen, ist im Handelsregisterauszug des Amtsgerichts Neubrandenburg nachzulesen. Was er mit dem Landstück vor hat, ist derzeit unbekannt. Zu einem Gespräch mit dem Nordkurier war er nicht bereit. Sein Bruder Norbert zeigte sich auskunftsfreudiger. „Er hat unseren elterlichen Betrieb verkauft, um bei Klein Daberkow zu investieren. Es geht um einen siebenstelligen Betrag. Ich gehe davon aus, dass er Mastanlagen bauen will“, so der Mann, der indes seit Jahren keinen Kontakt zu seinem Bruder habe.

Davon, dass „Ernst Stenmans nicht antreten wird, um die Fläche zu renaturieren“, ist Karsten Förster überzeugt. Die BI wolle sich weiter gegen den Bau der Anlage einsetzen. Zu ihrem Treffen im März will die Bürgerinitiative auch Ernst Stenmans einladen.

Kommentare (1)

die tendenz, immer grössere und 'effektivere' mastanlagen für so genannte nutztiere zu bauen, ist erschreckend. jedes dieser 400.000 tiere ist ein individuum, was genauso fühlt wie eure hunde und katzen zuhause. sie sind gestresst in diesen viel zu kleinen käfigen, sie haben schmerzen in den knochen, manchmal brechen sie sogar einfach, weil diese masthähnchen viel zu schnell gewicht ansetzen, damit sie nach gerade mal 5 wochen (!) geschlachtet werden können. jeder, der billiges fleisch haben will, muss sich darüber bewusst sein, dass seine/ihre wahl darüber bestimmt, wie gut es diesen tieren geht. es muss doch wirklich nicht jeden tag fleisch sein. bitte, esst weniger fleisch, probiert gerne auch mal ein paar vegetarische oder vegane gerichte aus. der mensch braucht heutzutage kein fleisch mehr essen. schaut doch einfach mal im internet nach veganen rezepten. es schmeckt wirklich sehr gut, und ihr helf damit gleich mehreren: euch selber, denn es ist gesünder; den tieren, denn sie müssen nicht sterben für ein paar sekunden zweifelhaften gaumelkitzelns, und der umwelt, denn eine solche mastanlage bedeutet auch eine sehr grosse umweltbelastung, auch für die anwohner.