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Viele Wege führen zu Riesen-Blasen

VonIngmar NehlsDer Pilgerweg in der Mecklenburgischen Seenplatte ist einer von vielen im Land. Er soll bald noch bekannter werden.Neubrandenburg.Die ...

Die Kirche auf der Mirower Schlossinsel ist ab Mai offen.

VonIngmar Nehls

Der Pilgerweg in der Mecklenburgischen Seenplatte ist einer von vielen im Land. Er soll bald noch bekannter werden.

Neubrandenburg.Die Pilgerserie des Nordkurier wurde auch in der Propstei Neustrelitz mit Spannung verfolgt, wie Nicole Kiesewetter-
Müllejans, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Propstei, sagt. Der Pilgerweg ist ein gemeinsames Projekt der Propstei Neustrelitz, des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und des Müritz Nationalparkamts. Seit der Weg am 24.April vor zwei Jahren offiziell eröffnet wurde, hat die Propstei rund 100 Pilgerausweise ausgestellt. „Wir gehen davon aus, dass eine nicht unerhebliche Zahl an Menschen den Weg auch ohne Pilgerausweis geht, sicher auch nur in Teilstücken“, sagt Nicole Kiesewetter-Müllejans.
Bei der Streckenwahl wurde, wo es ging, auf bereits bestehende Wander- und Radwege zurückgegriffen. „Das hat bei der Ausschilderung einfach auch die rechtlichen Fragen vereinfacht“, erklärt die Sprecherin. Selten sind es die kürzesten Verbindungen zwischen den Etappenzielen, oft aber sehr schöne und aufregende: klaren Seen, hügelige Landschaften mit Wiesen und Buchenwäldern, selten gewordene Tiere wie Fischadler und Eisvogel, altehrwürdige Kirchen und Stätten der Erinnerung wie Alt Rehse und Ravensbrück.
Noch ist der Pilgerweg allerdings ein Insidertipp, was sich bald ändern könnte. Felicitas Rohde-Schaeper beteiligt sich am Eröffnungsabend des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Hamburg mit einem Stand der Kirchengemeinde Ballwitz. Dort wird sie ebenfalls für den Pilgerweg werben. Zum Kirchentag, der vom 1. Mai bis 5. Mai dauert, werden 100 000 Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet. Dort wird auch die Evangelische Kirchenzeitung verteilt, die mit ihrer Flyer-Beilage für den Pilgerweg wirbt.
Auch außerhalb der Kirchenkreise wird die Pilgerroute beworben. „Wir haben in allen Tourismusbüros im Umkreis unseren Flyer ausliegen. Das wollen wir zunächst auf ganz MV und dann auch darüber hinaus ausdehnen. Außerdem informieren wir über den Pilgerweg im Gastgeberverzeichnis Mecklenburgische Seenplatte und auf regionalen Tourismusbörsen“, sagt Nicole Kiesewetter-
Müllejans. Im Land gibt es auch andere Pilgerwege. Beispielsweise führt die Via Baltica auf 770Kilometern von Usedom kommend über Greifswald, Rostock und Wismar nach Lübeck, durch Hamburg, Bremen und Niedersachsen mit dem Ziel Osnabrück. Die Via Baltica stellt die Brücke von den baltischen Ländern nach Santiago de Compostela in Spanien dar. Ein Teilstück der Via Baltica ist der gerade erst am 7.April eröffnete „Brigittaweg“. Der 350 Kilometer lange Weg von Stralsund über Güstrow, Schwerin und Boitzenburg bis nach Lüneburg beinhaltet ein Teilstück der Pilgerreise, die Schwedens Nationalheilige Brigitta im Jahr 1341 nach Santiago de Compostela unternahm. Der Baltisch-Mitteldeutsche Weg, ebenfalls ein Jakobsweg, verbindet auf
177 Kilometern Rostock und Perleberg. Von Lassan nach Tribsees führt ein Teilstück des Baltisch-Westfälischen Jakobsweges.

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i.nehls@nordkurier.de