Schwere Vorwürfe:

Warum ging der Musikschul-Chef wirklich?

Laute Misstöne statt schöner Klänge: Was steckt wirklich hinter dem Rücktritt von Musikschulchef Olaf Kerkau? Hier wird versucht, etwas zu vertuschen, meinen einige Mitarbeiter  und erheben jetzt schwere Vorwürfe gegen ihren früheren Leiter.

Hinter den Türen der Musikschule brodelt es gewaltig. Mitarbeiter haben jetzt einen Brief an den Nordkurier geschrieben.
Andrea Dittmar Hinter den Türen der Musikschule brodelt es gewaltig. Mitarbeiter haben jetzt einen Brief an den Nordkurier geschrieben.

Jetzt haben die Mitarbeiter die Bombe platzen lassen. Von wegen der ehemalige Schulleiter Olaf Kerkau hat sein Amt niedergelegt. „Olaf Kerkau ist doch einem Rausschmiss wegen persönlicher Verfehlungen zu vorgekommen“, sprechen einige Mitarbeiter Klartext. Sie haben in einem anonymen Schreiben an den Nordkurier zusammengefasst, was schon seit Wochen an Gerüchten im Landkreis kursiert. Der ehemalige Leiter soll demnach teure Instrumente auf Musikschulkosten unter anderem für seine Tochter gekauft haben, führt das Musikschulteam nur ein Beispiel für die beschriebenen persönlichen Verfehlungen an.  „Wo steckt er denn jetzt, versteckt in der Verwaltung, mit gleicher Direktorenbesoldung“, wird in dem Schreiben hinterfragt. Der Frust muss unter den Musikschullehrern tief sitzen. Solche Dinge dürften nicht vertuscht werden, fordern sie. Die Medienstrategie der Verwaltung dürfe nicht aufgehen.

Jetzt arbeitet er im Landratsamt

Tatsächlich findet sich Olaf Kerkau in der Mitarbeiterliste der Angestellten im Landratsamt. Es bedarf keiner langen Suche, um dort seinen Namen zu entdecken. Unter Zentrale Dienste/Schulverwaltungsamt ist der Name des ehemaligen Schulleiters zu lesen.  Projektbearbeitung steht jetzt unter seinem Namen auf der Internetseite des Kreises.

Im Dezember hatte Olaf Kerkau seinen Posten als Leiter der Musikschule Kon.centus mit den Standorten in Neustrelitz und Neubrandenburg überraschend aufgegeben. Über die Gründe hat sich der Schulleiter nie geäußert. Die Einrichtung wird seitdem von Ursula Linke, Leiterin der Kreismusikschule Müritz, geleitet. Die hatte wiederum Anfang des Monats auf eine baldige Ausschreibung der Stelle gedrängt. „Kon.centus hat einen Leiter verdient, der fünf Tage in der Woche da sein kann“, hatte Linke argumentiert. Das sehen die Mitarbeiter genauso, verlangen jedoch auch, dass in Sachen Ex-Musikschulleiter keine Tatsachen unter den Teppich gekehrt werden. Und so hat dieser Beitrag unter der Belegschaft der Musikschule erneut für Bauchschmerzen gesorgt, denn das Vertuschen gehe weiter, befürchten sie. „Wir, die wir hier mit Einschränkungen arbeiten müssen, sehen es irgendwie alles nicht mehr ein.“

Viele Misstöne an der Schule

Keinen Hehl machen die Schreiber daraus, dass es hinter den schönen Klängen in der Schule jede Menge Misstöne gibt. „Die Tatsache, dass das hier ein anonymer Brief ist, belegt doch, unter welchen Bedingungen wir hier arbeiten“, schreiben sie. „Obwohl alles mehr als wahr ist, können wir es uns nicht trauen, Ihnen offen zu schreiben, denn dann sind wir persönlich dran.“ Unterzeichnet ist der Brief nicht. Die Schreiber bezeichnen sich als verbitterte Mitarbeiter.

Beim Landratsamt hat der Nordkurier bereits Ende der vergangenen Woche um eine Stellungnahme gebeten. Bereits am Freitag soll dies die Runde in der Musikschule gemacht haben. Am Montag heißt es nun kurz und knapp. „Es ist eine Sonderprüfung verwaltungstechnischer Vorgänge in der Musikschule Kon.centus angewiesen und vom Rechnungsprüfungsamt durchgeführt worden.“ Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden derzeit ausgewertet. Bestätigt wurde der neue Job Kerkaus beim Schulverwaltungsamt.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung