Dachboden-Fund:

Was macht man mit dem alten Propeller?

Andrew Rechlin bewahrt einen uralten Rotor auf, den sein Ururgroßvater einst aus Lärz mitbrachte. Niemand weiß, von welchem Flugzeug das Teil stammt und was mit der Maschine geschah. Aber eine spannende Geschichte ist das schon, die er von der Entdeckung des ungewöhnlichen Teils zu erzählen weiß.

Diesen alten Propeller hat Andrew Rechlin vor vielen Jahren auf dem Dachboden seines Großvaters gefunden. Jetzt hängt das Flugzeugteil als Dekoration an seiner Wohnzimmerdecke.
Susanne Böhm Diesen alten Propeller hat Andrew Rechlin vor vielen Jahren auf dem Dachboden seines Großvaters gefunden. Jetzt hängt das Flugzeugteil als Dekoration an seiner Wohnzimmerdecke.

Andrew Rechlin aus Mirow besitzt einen geheimnisvollen Gegenstand: Einen uralten Propeller mit Geschichte, von der er nur einen Teil kennt. Der 45-Jährige war noch ein kleiner Junge, gerade einmal sechs Jahre alt, als er das Flugzeugteil zum ersten Mal erblickte. Es lag verstaubt und unbeachtet auf dem Dachboden seiner Großeltern. Ein Fund, der ihn noch lange beschäftigen sollte.

Intuitiv ahnte das neugierige Kind, dass das unscheinbare Holzstück etwas ganz Besonderes sein muss, dass es ein Rätsel verbergen könnte. Er beschreibt seinen Fund so und verschweigt dabei auch nicht, was er dann damals damit angestellt hat: „Er lag ganz hinten in der Ecke. Ich habe es abgedeckt, niemandem davon erzählt und mir gedacht, vielleicht darf ich ihn irgendwann behalten.“ 40 Jahre lang behielt Andrew Rechlin das Wissen um seinen Dachbodenfund für sich. So geduldig behütete seinen Schatz. Dann bekam er den Propeller aber doch von seinem Großvater geschenkt.

Das Fundstück stammt aus Lärz oder Rechlin

Er staubte ihn ab und behandelte ihn mit Öl. Der Rotor war gut erhalten, aus federleichtem Holz und glänzte lackschwarz. Das Gerät bekam einen Ehrenplatz als Lampenhalter an der Wohnzimmerdecke. Dort kommt er gut tatsächlich zur Geltung und bietet Gästen Gesprächsstoff – falls die Themen ausgehen. „Ich werde öfter gefragt, woher ich den habe und zu welchem Flugzeug er gehörte.“

Letzteres weiß Andrew Rechlin zu seinem Bedauern jedoch nicht. „Vermutlich stammt er aus dem Zweiten Weltkrieg. Mitgebracht hat ihn mein Ururgroßvater Hermann Funck. Er hat als Tischler in Lärz gearbeitet und brachte den Propeller gegen Ende des Krieges mit nach Hause. Mein Großvater bewahrte ihn auf dem Dachboden auf.“

Auf dem Flughafen Lärz und in Rechlin war in der Zeit von 1926 bis 1945 die größte Erprobungsstelle der Luftwaffe im Dritten Reich. Dort wurden Flugzeuge und Waffen getestet. „Mein Ururgroßvater hat den Propeller vermutlich geschenkt bekommen, vielleicht auch gefunden oder gekauft.“

Ein Rätsel bleibt, von welchem Flugzeug der Propeller stammt und was mit der Maschine geschah. Die Aufschriften Lumiere und Tonkilaque S.E.L.T. weisen darauf hin, dass es sich wohl um ein französisches Flugzeug handelte.

Könnte sich der Mirower vorstellen, das Fundstück zu verkaufen? Trennen würde sich Andrew Rechlin nie von dem Propeller. „So was verkauft man nicht. So was findet man nur einmal im Leben.“