Rekordernte erwartet:

Weinjahrgang lässt Winzerherz hoch schlagen

Auf Deutschlands nördlichstem Weinberg hat die Lese begonnen. Besonders süß und saftig sind die Beeren in diesem Jahr.

Aus Spaß an der Freude: Evelin Müller aus Schönbeck hilft den Ratteyer Winzern bei der Weinlese.
Susanne Böhm Aus Spaß an der Freude: Evelin Müller aus Schönbeck hilft den Ratteyer Winzern bei der Weinlese.

Da lacht das Winzerherz: Süße, saftige Trauben, so weit das Auge reicht. In Rattey hat am Montag die Weinlese begonnen. Den Hobbywinzern ist eine reiche Ernte gewiss. So gut wie dieses Mal haben die Stöcke seit vier Jahren nicht getragen. „Wir rechnen mit 12 000 Litern Weiß-, Rot- und Roséwein, sagt Stefan Schmidt, Mitglied des Vereins Privatwinzer zu Rattey. In den vergangenen drei Jahren haben die Winzer nie mehr als 3000 Liter aus den Beeren gepresst. Umso mehr Spaß macht jetzt die Lese mit parallel laufendem Mosten. 30 Vereinsmitglieder und Helfer pflücken, transportieren und mosten.

Der Jahrgang wird nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ besonders gut, erwartet Weinkenner Stefan Schmidt. „Wir haben beim Ortega einen Oechslewert von 82 bis 85 Prozent, das sind elf Prozent Alkohol, das ist fantastisch, so gut sind sie selten gereift.“ Der Zuckergehalt des Ratteyer Rebensaftes liegt damit über dem Durchschnitt eines normalen deutschen Weins.

Erstmals experimentieren die Weinbauern in diesem Jahr mit Eichenholzfässern. Bisher reifte Rotwein wie Weißwein in Edelstahltanks, jetzt soll der Rote Holz atmen. Durch Luft und Gerbstoffe bekommt der Wein ein kräftiges Aroma. Ebenfalls zum ersten Mal keltern die Ratteyer Roséwein. Und noch eine Neuigkeit: Es wird halbtrockenen Wein aus Rattey geben. Bislang hatten sich die Winzer auf Deutschlands nördlichstem Weinberg auf die Geschmacksrichtung trocken beschränkt.

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