Einmalig in Deutschland:

Weltraum-Wächter schickt Daten nach Neustrelitz

Das ist eine Sensation. In Neustrelitz werden via Satellit Daten verarbeitet, die beispielsweise Auskunft über mögliche Ölverschmutzungen auf den Weltmeeren geben. Wieso darf das ausgerechnet die Seenplatte?

Das Foto zeigt den simulierten Flug des Satelliten Sentinel.
ESA/ATG medialab Das Foto zeigt den simulierten Flug des Satelliten Sentinel.

Der europäische Satellit Sentinel hat seinen Namen nicht umsonst. Er kommt aus dem Englischen und heißt Wächter. Als solcher kreist er um die Erde und liefert unter anderem Daten über die Weltmeere. Genau jene Daten konnten jetzt in Neustrelitz empfangen werden. Für das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) in Neustrelitz ein Erfolg für ihre Forschungsstelle Maritime Sicherheit.

Die Daten des „Wächters“ dienen jedoch nicht nur dazu, Ölverschmutzungen zu erkennen, sondern sie geben auch Auskunft darüber, ob die Nord-Süd-Passage vom Eis befreit ist, wo sich gefährliche Eisberge im Meer befinden oder wo die Brandung es nicht zulässt, dass sich Schiffe auf diese Strecke begeben. Von sogenannten Wind-, Seegangs- und Eisparametern sprechen die Fachleute. Abteilungsleiter Holger Maass vom DLR kann anhand von Daten, die die Satelliten nach Neustrelitz senden, präsentieren, wie das funktioniert. Er bekommt per Mausklick unter anderem Zusatzinformationen von Schiffen. Er zeigt auf dunkle Streifen auf Satellitenbildern von der Nordsee, die auf Ölspuren verweisen. „Ja, mit diesen Daten kann man Monitoring von Ölbohrinseln durchführen“, bestätigt der Experte die Technik.

In 90 Minuten kreist Satellit Sentinel um die Erde. Die Neustrelitzer Antennen verfolgen ihn während des zirka zehnminütigen Überfluges über den mecklenburgischen Antennenstandort. Entlädt sich sein Speicher, dann werden die Daten direkt zur Erde geschickt und verarbeitet. „Die Auftraggeber und Partner möchten die Daten in sehr kurzer Zeit haben“, beschreibt Holger Maass. Im Auftrag der Europäischen Union können so tatsächlich Unregelmäßigkeiten auf den europäischen Gewässern festgestellt werden. „Wir versuchen, unsere Satellitentechnologie dort einzubringen.“

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