Naturschutzbund ruft zur Vogelzählung auf:

Weniger Rabatz als sonst im Futterhaus

Der Naturschutzbund ruft noch bis Montag zur Wintervogelbeobachtung im heimischen Garten auf. Die milden Temperaturen dürften ihre Auswirkungen auf die alljährlich stattfindende Zählung haben, denn auf Futterhäuser sind die Vögel derzeit weniger angewiesen als in strengeren Wintern.

Kkurz vor Mittag herrscht reges Treiben im Futterhaus. Kohlmeise, Grünfink und Haussperling sitzen wie die Hühner auf der Stange und lassen es sich schmecken.
Tobias Lemke Kkurz vor Mittag herrscht reges Treiben im Futterhaus. Kohlmeise, Grünfink und Haussperling sitzen wie die Hühner auf der Stange und lassen es sich schmecken.

Mehrere Säcke Sonnenblumenkerne, insgesamt 100 Kilogramm, hat Werner Mösch im vorigen Winter ausgestreut. Eine geschlossene Schneedecke über mehrere Wochen hinweg und tiefe Minustemperaturen machten sein Vogelhaus im Vorgarten zu einem beliebten Ort für Meisen, Finken und Sperlinge. Den Vorjahresverbrauch an Sonnenblumenkernen wird der Weisdiner in diesem Jahr aber garantiert nicht mehr erreichen. „Bei den milden Temperaturen finden die Vögel auch anderenorts genügend und fliegen nicht zuhauf ins Futterhaus“, erklärt er.

An der alljährlich stattfindenden „Stunde der Wintervögel“ nimmt Werner Mösch dennoch teil. Das ist Ehrensache. Ist der 74-Jährige doch selbst Mitglied im Naturschutzbund (Nabu), der die bundesweite Aktion bereits zum vierten Mal ausgerufen hat. Innerhalb einer Stunde sollen die Teilnehmer die gefiederten Gäste in ihren Gärten oder in Parks zählen und anschließend dem Nabu melden.

Grünfinken, Haussperlinge und Kohlmeisen sorgen kurz vor Mittag trotz der milden Temperaturen doch noch für ein volles Futterhaus. Auch ein paar Blaumeisen und Feldsperlinge flattern zwischen Vogelhaus und der benachbarten Tanne umher. „Den Baum habe ich eingezäunt, damit die Katze nicht mehr rankommt“, sagt Werner Mösch und schmunzelt. Der Hobby-Ornithologe fühlt sich dem Schutz der Vögel verpflichtet. So hat er übers Jahr hinweg auch ein wachsames Auge auf vier Seeadlerhorste und fünf bis sechs Fischadlerpaare in der Region. Und vielen Strelitzern dürfte der Weisdiner als „Storchenvater“ bekannt sein. Im Sommer betreut er die knapp 30 Storchenhorste im Altkreis Neustrelitz sowie einige im Raum Strasburg. Er hält Kontakt zu den Leuten, die ein Nest auf ihrem Hof haben und trägt schließlich für die Storchenstatistik die Daten aus ganz Mecklenburg-Strelitz zusammen.

Werner Mösch kramt die Beobachtungsliste aus dem vorigen Winter hervor. Was die eine oder andere seltenere Vogelart angeht, werde die „Ausbeute“ dieses Mal wohl nicht so groß werden, sagt er fast ein wenig entschuldigend. Neben den üblichen Verdächtigen stehen auf der alten Liste auch Bergfink, Kernbeiser, Erlenzeisig oder Buchfink. „Die habe ich alle in diesem Winter noch nicht beobachten können“, erklärt er. Zum Trost schaut dann wenigstens noch eine kleine Sumpfmeise im Futterhaus vorbei und ist im nächsten Moment auch schon wieder davongeflattert.

Die Ergebnisse aus der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ gibt Werner Mösch via Internet an den Naturschutzbund weiter. Und auch wenn sein Futterhaus in diesem Jahr etwas spärlicher angeflogen wurde, jede Menge Sonnenblumen werden Möschs im nächsten Sommer garantiert wieder im Garten stehen haben. Denn so manchen Kern lassen die gefiederten Beobachtungsobjekte auf den Boden rund ums Futterhaus fallen.

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