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Wenn die Straße zum Kunstwerk wird

VonRita NitschDie erste Dorfkunst- konferenz in Blankensee bringt zwei Dörfer näher.Die Künstlerin Barbara Caveng hat ein Straßen- projekt entwickelt, ...

Voller Erwartung kamen die Einwohner aus Blankensee und Pampow zur ersten Dorfkunst- konferenz. [KT_CREDIT] FOTOs: R. Nitsch

VonRita Nitsch

Die erste Dorfkunst- konferenz in Blankensee bringt zwei Dörfer näher.
Die Künstlerin Barbara Caveng hat ein Straßen- projekt entwickelt, das
sie mit den Einwohnern verwirklichen will.

Blankensee.Dass ein Saal einer Gaststätte am Sonntagabend in der Uecker-Randow-Region rappelvoll ist, kommt einem Wunder gleich. Doch in Blankensee war es so, als die deutsch-schweizerische Künstlerin zur ersten Dorfkunstkonferenz in die Gaststätte „Gospoda“ einlud. Seit 21 Tagen wohnt sie im Ort und hat schon eine Menge Besuche absolviert (der Nordkurier berichtete). „Als ich das erste Mal hier war, fand ich es etwas merkwürdig, dass man mich einmal in Blankensee und einmal in Pampow begrüßt hat“, denkt sie zurück. Da wurde ihr klar, dass sie mit dazu beitragen wolle, dass aus den beiden Dorfgemeinschaften eine werde. Auch habe sie beschlossen, sich jetzt „Pampseer“ zu nennen. Die Künstlerin wusste von Anfang an, dass die Erwartungen an sie hoch sind und Ungeduld da ist zur Frage: Was bekommen wir für ein Kunstwerk?
Barbara Caveng hat sich Gedanken gemacht. „In Blankensee und Pampow sollten die Menschen ihre Geschichte nach außen kehren“, ist sie überzeugt. Jeder, der die Dörfer besucht, sollte erkennen, was hier für Leute leben und welche Erinnerungen sie an ihr Leben haben. Als Tourist könne man sich eine Ansichtskarte kaufen. „Doch hatte ich die einmalige Chance von den Leuten hier eingeladen zu werden, ihre Geschichten zu erfahren“, ist Barbara Caveng dankbar. Durch das Pendeln zwischen den Dörfern fuhr die Künstlerin oft die zwei Kilometer lange Straße zwischen Blankensee und Pampow. Kein Schmuckstück. Aber immerhin eine Verbindung. Da kam die Künstlerin auf die Idee, die Straße von beiden Seiten aus lesbar, mit Metaphern zu beschreiben. Dabei sollen die Einwohner beider Dörfer selbst zu Akteuren werden und die Schrift aufbringen. Eine weitere Möglichkeit wäre, freie Flächen an der Blankenseer Gaststätte oder am Gemeindezentrum mit geschichtlichen Daten zu versehen.
Olaf Lesener stimmte die Einschätzung der Künstlerin traurig. „Wir sind seit 2004 eine Gemeinde. In unserer Heimatstube wird Geschichte dokumentiert. Was fehlt sind Finanzen, um die Orte weiter aufzuwerten und für den Tourismus attraktiv zu machen.“ Doch wolle er auf alle Fälle das Kunstprojekt mit unterstützen. Seine Frau Dagmar ging noch einen Schritt weiter. „Wie wäre es, wenn die beiden Dörfer einen gemeinsamen Kulturverein gründen und nicht jeder für sich Feste organisieren würde“, so ihr Vorschlag. „Barbara Caveng hat uns gezeigt, wie wir miteinander umgehen sollten. Dazu gehört auch reden“, ist Bürgermeister Alfons Heimer überzeugt. Ricarda Wree aus Pampow findet die Straße als „Kunststück“ wie geschaffen fürs Zusammenwachsen. Jedenfalls bot die erste Dorfkunstkonferenz manchen Gesprächsstoff.