Autorin erforscht Schicksal ihrer Großtante:

Wer kennt Elise Kriszat?

Birgid Hanke hat von einer in Neustrelitz verstorbenen Verwandten erfahren, und deren packendes Schicksal lässt sie auf dem Weg zum nächsten Roman nicht mehr los. Die Autorin setzt bei ihren Recherchen unter anderem auf den Nordkurier. 

Birgid Hanke hat sich auf Spurensuche begeben und will so schnell nicht aufgeben.
I. Prien Birgid Hanke hat sich auf Spurensuche begeben und will so schnell nicht aufgeben.

Eine nicht alltägliche Besucherin hat sich dieser Tage in der Redaktionsstube der Strelitzer Zeitung in Neustrelitz eingefunden und Spannendes berichtet. Die Bremer Schriftstellerin und Journalistin Birgid Hanke befindet sich auf den Spuren ihrer am 26. April 1946 in Neustrelitz im Carolinenstift verstorbenen Großtante Elise Kriszat. „Wir wissen von ihr so gut wie nichts und ich frage mich vor allem, wie die todkranke Frau es geschafft hat, auf der Flucht aus dem ostpreußischen Wehlau bis hierher zu gelangen“, so die Besucherin.

Bei ihren Recherchen betreibe sie mehr als Familienforschung. Sie wolle in einen Roman, der sich um das Schicksal der nicht zuletzt durch den Nordkurier bekannt gewordenen, 1945 mit einem Flugboot verunglückten  Kinder vom Kamper See ranken soll, die Figur ihrer Verwandten einfließen lassen.

„In den Erzählungen meiner Mutter war die Großtante immer einmal aufgetaucht“, berichtete Birgid Hanke. „So richtig in meine Phantasie geraten ist Elise Kriszat aber erst nach einer Lesung unlängst hier in der Gegend. Als ich meiner Mutter davon berichtete, erfuhr ich, dass meine Vorfahrin in Neustrelitz an Krebs gestorben sein und dort auch beerdigt sein soll.“ Inzwischen hat die Autorin im Neustrelitzer Stadtarchiv die Sterbeurkunde gefunden. Daraus geht hervor, dass Elise Kriszat nach ihrer Flucht wohl im Gutshaus in Usadel untergekommen ist.

Die Bremerin ist die B 96 nach Norden gefahren und hat im Dorf herumgefragt, in der alten Schmiede ebenso wie bei Familie Granitzki. Bislang hat sie niemanden gefunden, der ihr Auskunft geben konnte. Sie hofft jetzt auf den Kontakt zu einer Hundertjährigen aus dem Ort, die sich möglicherweise erinnern kann und die sie im ersten Anlauf nicht angetroffen hat. „Ich bin für jeden Hinweis auf meine Verwandte dankbar, da sind schon so viele Gedanken in meinem Kopf. Es muss einfach noch Menschen geben, die sie gekannt haben. Vielleicht kann der Nordkurier helfen, meine Recherchen bekannt zu machen.“ Die Schriftstellerin ist unter der Mailadresse redaktionsbuerohanke@live.de erreichbar.

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