Todestrunk für 100-jährige Linde:

Wer mordet Neustrelitzer Bäume?

Die Schäden in Neustrelitz sind beträchtlich: Junge Stämme werden umgebrochen, ältere lebensgefährdend traktiert. Jetzt ist dem Stadtgärtner der Kragen geplatzt. Er macht eine Rechnung auf.

Dieser Esche auf dem Neustrelitzer Markt ist die Rinde abgeschält worden, wie Stadtgärtner Andreas Köhncke zeigt. Der Baum wird wohl sterben.
André Gross Dieser Esche auf dem Neustrelitzer Markt ist die Rinde abgeschält worden, wie Stadtgärtner Andreas Köhncke zeigt. Der Baum wird wohl sterben.

Narrenhände beschmieren nicht nur Tisch und Wände. Sie brechen auch junge Bäume um. Oder sie verabreichen älteren Bäumen den Todestrunk. So ist es in der Neustrelitzer Kranichstraße einer rund 100-jährigen Linde geschehen. Bei einer Baumschau wurde festgestellt, dass einige Zeit zuvor zwei größere Löcher in den Stamm gebohrt und schädigende Flüssigkeiten hineingegossen worden sind. Rund 40 Prozent der Krone waren bereits geschädigt.

„Das sind keine Kavaliersdelikte, hier werden Straf­taten begangen“, betont Stadtgärtner Andreas Köhncke. Der Schaden geht in die Tausende. „Mich macht das richtig wütend“, gesteht Köhncke, diplomierter Ingenieur für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung. Immer wieder vergingen sich Bürger dreist am Grün. „Manchmal merken wir es erst beim Fällen.“

Grundsätzlich werde Anzeige gegen Unbekannt erstattet, leider sei die Ahndungsquote sehr gering. Ein Beweis falle oft schwer, und Nachbarn schwiegen lieber, als Vergehen zu bezeugen. Dabei steckten bei größeren Bäumen fast ausnahmslos Anlieger hinter den Taten. Nicht selten werde versucht, Bäumen mit ein­geschlagenen Kupfernägeln den Garaus zu machen. „Dass die was bewirken, ist zum Glück ein Ammenmärchen“, so der Verantwortliche für das Stadtgrün.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung