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Wie ist denn das Wetter so da oben?

Für zehn junge Leute aus Deutschland, Amerika und Afrika gibt es nichts Spannenderes als die Vorgänge im Kosmos. Von Neustrelitz aus erkunden sie die unendlichen Weiten.

Studenten aus Deutschland, Amerika und Afrika haben sich zum Sommercamp beim DLR in Neustrelitz versammelt. Im Mittelpunkt ihres Interesses steht das Weltraumwetter.
Susanne Böhm Studenten aus Deutschland, Amerika und Afrika haben sich zum Sommercamp beim DLR in Neustrelitz versammelt. Im Mittelpunkt ihres Interesses steht das Weltraumwetter.

Die Ionosphärenforschung ist für die meisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Für Stefan Lobas aus Braunschweig gibt es jedoch nichts Interessanteres, als die Vorgänge auf der Sonne, im interplanetaren Raum, in der Erdmagnetosphäre, der Ionosphäre und der Atmosphäre. Der 28-jährige angehende Elektrotechnik-Ingenieur ist einer von zehn Studenten und Doktoranden aus Deutschland, Amerika und Afrika, die am fünften Sommercamp des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) in Neustrelitz teilnehmen. Thema des mehrwöchigen Workshops ist das Weltraumwetter.

„Ich interessiere mich schon lange für das Thema, finde es spannend, über den Tellerrand zu schauen“, sagt Stefan Lobas. „Das Weltraumwetter beeinflusst das Leben auf der Erde. Ein Sonnensturm kann unsere Infrastruktur erheblich beeinträchtigen. Alles, was mit Elektrizität zu tun hat, könnte zum Erliegen kommen.“ Der Student erzählt von einem gigantischen Sonnensturm aus dem Jahr 1989, der fast das gesamte Stromnetz im kanadischen Quebec lahm legte. Sechs Millionen Menschen waren neun Stunden lang ohne Strom. Heute wären die Auswirkungen eines solchen Sonnensturms allerdings viel verheerender. Denn damals gab es weder Internet, noch war die Welt global so vernetzt und abhängig vom Strom wie heute.

Seine Begeisterung für das Thema war einer der Gründe, aus denen der Student eine Zusage für das Sommercamp bekommen hat. Das Interesse für die jährlichen Sommerseminare ist groß. Es gab mehr als doppelt so viele Bewerbungen wie Plätze. Die 21- bis 30-jährigen Teilnehmer studieren Physik, Mathematik, Elektrotechnik, Astrophysik, Meteorologie oder Luft- und Raumfahrttechnik.

Das Camp ist ein Gemeinschaftsprojekt des DLR und der Universität im amerikanischen Huntsville.