Im Kurs sind noch Plätze frei:

Wie wird man eigentlich Babysitter?

Wie wechselt man Windeln? Welches Essen tut Kindern gut? Und was macht man, wenn sie einfach nicht aufhören zu schreien? Antworten auf diese Fragen finden Teenager in einem Babysitterkurs. Am Ende können sie mit ihrem Wissen sogar Bares verdienen.

Windeln wechseln will gelernt sein. Kursleiterin Rowena Reiher (rechts) gibt Laura Ott noch ein paar Tipps.
Sophie Ludewig Windeln wechseln will gelernt sein. Kursleiterin Rowena Reiher (rechts) gibt Laura Ott noch ein paar Tipps.

Ganz vorsichtig legt die 16-jährige Laura Ott die kleine Anne auf den ­Wickeltisch. Mit geübten Handgriffen legt sie ihr die Baumwollwindel an und prüft das Ergebnis mit kritischem Blick. „So ist es doch richtig, oder?“, fragt die Schülerin die Leiterin des Babysitterkurses, Rowena Reiher. Die sieht sich die Versuchspuppe näher an und meint zufrieden: „Super, du hast es nicht verlernt!“

Vor einem Jahr hat Laura Ott einen Lehrgang in der DRK-Familienbildungsstätte absolviert. Dort hat sie nicht nur das Windelwechseln gelernt, sondern auch viele andere Tipps und Tricks rund um das Thema Kindererziehung und Babysitting mit auf den Weg bekommen. „Das Schöne an dem Kurs ist, dass wir so viel selber ausprobieren. Besonders lustig fand ich die Einheit zur gesunden Ernährung, als wir eine Babybrei-Verkostung veranstaltet haben“, erzählt sie.

Damit die künftigen Babysitter ihre Schützlinge besser verstehen können, erfahren sie im Kurs auch etwas über Entwicklungspsychologie bei Kindern. „Durch das Grundlagenwissen, das wir den Teilnehmern hier vermitteln, fällt ihnen der Umgang mit den Kindern später viel leichter“, sagt Rowena Reiher.

Gute Voraussetzung für ein Au-Pair-Jahr

Ein wichtiger Punkt ist das Verhalten bei möglichen Un­fällen. „Wenn die Lütten sich verbrennen, verbrühen oder den Kopf ­stoßen, dann ist es wichtig, dass die Babysitter genau ­wissen, was zu tun ist“, erklärt die Kursleiterin. Um im entscheidenden Moment richtig zu reagieren, absolvieren die Teilnehmer zwei Erste-Hilfe-Kurse. Die dabei erworbenen Zertifikate können sie später auch für eine Anmeldung zur Führerscheinprüfung nutzen.

Gründe für eine Teil­nahme am Babysitterkurs gibt es viele. „Die meisten Mädchen wollen sich mit dem Babysitten ihr Taschengeld aufbessern oder sie brauchen es für ein Au-Pair-Jahr“, erzählt Rowena Reiher. Jungs hat die 56-Jährige allerdings kaum in den Kursen, die sie seit 14 Jahren im Kiefernheidetreff anbietet. „Vielleicht trauen sie sich einfach nicht“, vermutet die gelernte Krippenerzieherin.

Der nächste Babysitterkurs in Neustrelitz beginnt am 28. März. Wer teilnehmen möchte und mindestens 15 Jahre alt ist, kann sich bis zum 23. März im Kiefernheidetreff, Maxim-Gorki-Ring 41, bei Rowena Reiher melden; Telefon: 03981 443757.