Neustrelitzer Franzosensteig nicht zu halten:

Wird die Schlosskoppel zum Urwald?

Der Zustand ist für eine Residenzstadt nicht ansprechend, werden jetzt Stimmen laut. Dabei war das einmal ein so schöner Ausflugsort. Doch das ist Vergangenheit.

Kein schönes Bild, was sich da dem Spaziergänger bietet. Kaputte Bohlen, die nicht mehr begangen werden können. Die Stadt Neustrelitz muss sich nun Gedanken machen, was aus der Schlosskoppel werden soll.
Anett Seidel Kein schönes Bild, was sich da dem Spaziergänger bietet. Kaputte Bohlen, die nicht mehr begangen werden können. Die Stadt Neustrelitz muss sich nun Gedanken machen, was aus der Schlosskoppel werden soll.

Es ist eine Zumutung, durch die Schlosskoppel zu spazieren. Klaus Ernst aus Neustrelitz nimmt kein Blatt vor den Mund. Ihn ärgert seit Jahren, dass dort nichts mehr gemacht wird. Urwald oder Park – das ist hier die Frage. Auch die Neustrelitzerin Petra Hackbarth stimmt dem zu. „Der Franzosensteig ist seit vorigem Jahr gesperrt“, weiß sie. „Doch seitdem tut sich nichts mehr.“ Dabei war das selbst bei schlechtem Wetter ein schönes Ausflugsziel.

Die Schlosskoppel ist tatsächlich zu einem Sorgenkind der Stadt geworden, sagt selbst Bürgermeister Andreas Grund (parteilos). Damals wurden die Stege und Brücken im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) angelegt. Heute sind die Maßnahmen im Rahmen des zweiten Arbeitsmarktes knapp. Das wird nun in der Schlosskoppel spürbar. Der Franzosensteig ist mit einer Reparatur allein nicht mehr zu halten, heißt es aus der Verwaltung. Der Steg ist so marode, dass er komplett erneuert werden müsste. Doch die Finanzen der Stadt lassen dies nicht zu. Der Steg müsste komplett neu gebaut werden. Einzige Maßnahme wird sein, den Franzosensteig noch vor Saisonbeginn vernünftig zu sperren, dass dort wirklich niemand mehr drüber gehen kann.

Konzept muss her

Das Holz ist schlichtweg vergammelt. Nun wird in der Stadt überlegt, dass Bauwerk zurückzubauen, so die Stadt. Entschieden sei dies noch nicht. Doch der Franzosensteig ist nicht die einzige marode Stelle, die sich in der Schlosskoppel auftut. Bei einem Spaziergang mit Stadtförster Peter Höfener wird deutlich, dass hier ein Konzept her muss und eine gründliche Aufräumaktion ansteht. Schon am Borkenhaus am Eingang der Schlosskoppel ist die Borke morsch.

Der Stadtförster weiß um den traurigen Zustand und die ständige Kritik der Einwohner. „Grundsätzlich ist es so, dass wir mit der Ipse einen Maßnahmenplan entworfen und diesen nun eingereicht haben“, sagt er. Läuft alles nach Plan und der Maßnahme wird zugestimmt, soll im Mai das Projekt Schlosskoppel mit Hilfe von Ein-Euro-Jobbern in Angriff genommen werden. Fußgängerbrücken müssen erneuert werden. Die sind eigentlich gesperrt. Doch das Flatterband wird immer wieder von Spaziergängern abgerissen und der Weg über die maroden Bauwerke fortgesetzt. Dabei klaffen Löcher in den kleinen Brücken. Die Sicherheit ist längst nicht gegeben.

Eschensterben wird augenscheinlich

Aber nicht nur die Brücken und Wege machen dem Förster zu schaffen. „Wir wollen entlang der Hauptwanderwege aufräumen und Bänke bauen“, führt er ein Beispiel an. In Richtung Marienhöhe sollen Wege, die zugewachsen sind, wieder freigelegt werden. Herumliegendes Holz soll beräumt werden.

Doch auch der Förster weiß: Hier steht die Frage, soll die Schlosskoppel ein Park, ein Wald oder gar ein Urwald werden? „Derzeit steht ohnehin alles unter Wasser, da können wir nichts machen.“ Auch das Eschensterben wird in der Koppel augenscheinlich. Viele Bäume sind abgestorben und liegen kreuz und quer auf dem 50 Hektar großen Gelände. 

Peter Höfener hat schon längst keine Forstarbeiter mehr. Mit dem Regiehof werde zusammengearbeitet und nun keimt die Hoffnung, dass das Job-Center dem Projekt Schlosskoppel zustimmt. Dann könnten acht Ein-Euro-Jobber hier Hand anlegen.

Sensibel muss in der Schlosskoppel ohnehin vorgegangen werden, betont Höfener Der Baumbestand seit überaltert. Noch könnte für einiges Holz viel Geld verlangt werden. Es gibt Stämme, die würden 5000 bis 6000 Euro einbringen. Aber soll hier Geld verdient oder die Koppel der Natur gänzlich überlassen werden? Diese Fragen gilt es zu klären. Über eine Antwort werde nachgedacht.

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