Sehenswürdigkeit oder Kormoran-Kloake:

Wo bleibt der Rettungsring für die kleine Insel in Not?

Naturschützer würden am liebsten möglichst nichts am Refugium der Kormorane mitten auf der Lieps verändern. Doch die Gemeinde fürchtet inzwischen einen Total-Verlust der kleinen Insel, die Sommer für Sommer von neuem weißen Vogelkot überzogen wird.

Tischler und Gemeindevertreter Peter Strobl zog es in den 1990er-Jahren aus Süddeutschland in das norddeutsche Naturidyll.
Ralph Schipke Tischler und Gemeindevertreter Peter Strobl zog es in den 1990er-Jahren aus Süddeutschland in das norddeutsche Naturidyll.

„Die Insel wächst uns nicht nach!“, sagt in einer Mischung aus Trauer und trotziger Wut Peter Strobl und lässt seinen Blick über die Lieps schweifen. Mittig brüten und kreisen die Kormorane. Aber sicher sollen sie hier ihren Platz im Naturschutzgebiet haben. Auf dem benachbarten Tollensesee dürften bei den Fischern wenig Freude für die zahlreichen Mit-Esser aufkommen.

Der Tischler und Gemeindevertreter Strobl will ja den großen schwarzen Vögeln gar nicht Lebensraum und Nahrung aus dem See streitig machen. Doch wenn es so weiter geht, versinkt die kleine Insel samt Bodendenkmal schon in Kürze unter den stetig wachsenden weißen Vogelrückständen. „Es müssten doch nur die großen Bäume entfernt und junges Grün nachgepflanzt werden“, gibt Strobl sich überzeugt. Nur finden er und die meisten Prillwitzer kein Gehör bei den Naturschützern. Die haben stattdessen ihre Werbetafeln so ungefragt wie von der Gemeinde ungenehmigt an der kleinen Badestelle an der Lieps und vis-à-vis der Prillwitzer Sehenswürdigkeit und Kormoran-Kloake in einem in die Erde gerammt.

Wunsch der Prillwitzer: Ufer befestigen!

Ohne die großen Nistbäume auf der Insel würde die Vogelkolonie sich wahrscheinlich einen Platz am Seeufer suchen, wie das vereinzelt schon in früheren Jahren passiert sei, so erinnert sich der Prillwitzer Handwerker. „Wenn da ein paar Bäume absterben, passiert nichts weiter“, ist er überzeugt. Die Insel aber, auf der ein slawischer Kultplatz vermutet wird, hätte die Chance, weiterzuexistieren. Die Uferböschung könnte nachhaltig neu befestigt werden. Die Prillwitzer jedenfalls würden eine konzertierte Rettungsaktion ihrer kleinen Lieps-Insel aus ganzer Kraft unterstützen, sagt Peter Strobl.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung