Gestank aus dem Gully:

Woblitzstädter hat die Nase voll

Dem Wesenberger Jochen Schröder stinkt’s: Regelmäßig sprudeln bei stärkerem Regen übelriechende Abwässer vor seinem Haus aus dem Gully.

Noch nach Stunden liegt der faule Geruch von Fäkalien in der Luft. Jochen Schröder rümpft vor seinem Haus in der Zwenzower Straße in Wesenberg die Nase. "Jetzt habe ich langsam genug", sagt der Woblitzstädter verärgert. Es sei bereits das sechste oder siebte Mal innerhalb weniger Jahre, dass dreckige Abwässer bei stärkerem Niederschlag aus dem Gully vor seinem Haus empor sprudeln. Beim heftigen Regenwetter war es jetzt wieder soweit. "Es schießt förmlich aus der Kanalisation heraus", beschreibt er.

Die stinkende Brühe drohte über die Einfahrt bis auf der Hof der Schröders zu fließen. Soweit kam es zum Glück aber nicht mehr, da Mitarbeiter der Stadtwirtschaft SDL schnell reagierten und den Regeneinlauf vom Dreck befreiten. Bei dem für Abwasseranlagen zuständigen Wasserzweckverband (WZV) Strelitz hatte sich Jochen Schröder schon zuvor beschwert. Dort wisse man also Bescheid, unternommen werde aber nichts, kritisiert er.

Nach seiner Meinung sei die Pumpe wenige hundert Meter weiter bei Regen überlastet, nachdem immer mehr Anschlüsse ans Abwassersystem vorgenommen wurden. Früher sei die Kanalisation auch öfter gespült worden, das koste aber wohl viel Geld. Damals habe es aber noch keine Probleme gegeben, vermutet Jochen Schröder einen Zusammenhang.

Dass die Wartung der Abwasseranlagen zurückgefahren wurde, verneint Thomas Brücher vom WZV Strelitz vehement. "Dazu sind wir verpflichtet", sagt er. Zudem achte der WZV schon aus Eigeninteresse darauf, dass die Anlagen und Kanalisationen "gut in Schuss" sind. Bei normalen Regenfällen sollten auch nirgends Probleme auftauchen.

Anders sehe das allerdings schon mal bei Starkregen aus. Und den habe es am Donnerstagmorgen nun mal über der Woblitzstadt gegeben. "Es war ganz Wesenberg betroffen. Da sind uns so ziemlich alle Pumpwerke abgesoffen", berichtet Brücher. Es lasse sich nicht verhindern, dass die Kapazitätsgrenze von Abwasseranlagen bei extremen Wetterlagen überschritten wird. "Da gibt es dann leider die üblichen Probleme", sagt er.

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