Baum beweist Lebensmut:

Zerborstene Linde gedeiht an mystischem Ort

Ein Baum bei Kotzow besticht durch seinen außergewöhnlichen Lebensmut und hat zugleich eine interessante Form. Auch der Waldboden um die Linde herum hat seine Geschichte zu erzählen.

Heinrich Roß aus Retzow und der Mirower Wolfgang Boehnke haben einen Tipp für Ausflügler, die Kotzow ansteuern: Im Wald am Ortseingang steht ein ganz besonderer Baum.
Tobias Lemke Heinrich Roß aus Retzow und der Mirower Wolfgang Boehnke haben einen Tipp für Ausflügler, die Kotzow ansteuern: Im Wald am Ortseingang steht ein ganz besonderer Baum.

Eine Linde im Wald bei Kotzow beweist echten Lebensmut. „Der Baum ist nicht kaputt zu kriegen“, sagt Heinrich Roß aus dem Nachbardorf Retzow ehrfürchtig. Der knorrige Koloss hat wohl schon mehrere hundert Jahre auf dem Buckel und ist in der Mitte zerborsten. Aber aus dem Wurzelwerk und den herunter ragenden Ästen wachsen neue Stämme empor.

Hinter dem Ort, an dem die Linde steht, versteckt sich noch viel mehr. „Das war hier mal der Kotzower Friedhof“, weiß Roß zu berichten. Und tatsächlich – wer genauer hinschaut, findet eiserne und steinerne Überreste von Grabstellen am Waldboden.

Der Amtsmann von Kotzow habe im 19. Jahrhundert beim Herzog den Antrag zur Nutzung einer Ruhe­stätte gestellt, erzählt Roß. Die Trauernden aus Kotzow mussten damals zum Begräbnis ihrer Lieben bis nach Vietzen laufen und wollten diesen Missstand beseitigt haben. „Den Friedhof hat es dann aber nicht lange gegeben. 1934 war Schluss damit“, berichtet der 83-Jährige. Die Linde müsse auch schon an Ort und Stelle gestanden haben, bevor der Friedhof angelegt wurde. Denn von jeher sei sie der Mittelpunkt des Gräberfelds gewesen.

Heute ist der grüne Riese vom neu angelegten Wald umgeben, sticht aber durch seine besondere Form unter allen Bäumen hervor. „Dass sich aus der ursprünglichen Wurzel neue Triebe bildeten, ist außer­gewöhnlich“, sagt der Mirower Wolfgang Boenke, der diesen Ort bei einer Radtour entdeckte. Die Pflanze habe sich sogar selbst wieder stabilisiert, zeigt er auf eine Stelle, an der frisches Wurzelwerk ins Erdreich ragt. Aus einem Baum seien im Wald bei Kotzow streng genommen zwei geworden. Denn der alte Stamm sei über die Jahre allmählich zerborsten. 

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