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Zickenalarm? Nicht in diesem Frauenbetrieb!

Am Sonntag ist Frauentag. Anlass genug, mal typische Vorurteile zu hinterfragen – zum Beispiel bei Dorle Groth im Neustrelitzer Edeka-Markt.

Alle 60 Frauen um Dorle Groth (sitzend) passten nicht aufs Foto. Die Chefin des Edeka-Marktes in Neustrelitz dirigiert das Frauenteam. Sie alle haben am Frauentag Grund zum Feiern.
Anett Seidel Alle 60 Frauen um Dorle Groth (sitzend) passten nicht aufs Foto. Die Chefin des Edeka-Marktes in Neustrelitz dirigiert das Frauenteam. Sie alle haben am Frauentag Grund zum Feiern.

Hier ist immer Frauentag: Im Edeka-Markt auf dem Neustrelitzer Kühlhausberg sind die Frauen ganz klar in der Mehrheit. Und eine Frau steht auch noch an der Spitze des Teams. Die Zahl der männlichen Mitarbeiter lässt sich an knapp zwei Händen abzählen. „60 Frauen, das ist wie einen Sack Flöhe zu hüten“, meint Chefin Dorle Groth. „Wir gehen offen miteinander um und einen wirklichen Zickenalarm hat es noch nie gegeben.“Die Frau muss es wissen. Probleme werden besprochen, verrät sie ihr Rezept. Im Notfall gebe es eine Kummerbox. „Frust zu schieben, geht gar nicht“, macht Dorle Groth deutlich.

Seit 1994 ist die gelernte Verkäuferin im Geschäft. Sie kann sich an Arbeitstage erinnern, gleich nach der Wende, die von morgens 5 Uhr bis in die Nacht gingen. Seit 2008 führt sie den Edeka-Markt selbstständig. Einige Frauen sind diese Schritte immer an ihrer Seite mitgegangen. Sie blickt heute auf ein starkes Team, dass in den vergangenen Jahren von 38 auf 68 Mitarbeiter gewachsen ist.

Ständig sei das Personal gewachsen. Zuletzt hat sie den Backshop übernommen und damit zehn Mitarbeiter mehr – neun Frauen und einen Mann. Auszubildende gehören ebenso zum Team wie Mitarbeiter, die kurz vor der Rente stehen. „Wir versuchen auch bei gesundheitlichen Problemen Wege zu finden, die alle zufrieden stellen“, so die Groth-Devise. Nur den Frauentag, den feiern die Edeka-Frauen nicht zusammen. „Das passt meist nicht, weil überall gefeiert wird.“