Besonderer Bühnenauftritt:

Zum Singen auch mit 89 nicht zu alt

Warum Hildegard Tietze als Sängerin keineswegs ans Aufhören denkt, will sie dem Publikum auch beim Konzert der Neustrelitzer Seniorenband beweisen.

Mit Johannes Groh und Regine Sacher (rechts) singt Hildegard Tietze (Mitte) den Revuefilm-Hit „Wir machen Musik“.
Sophie Ludewig Mit Johannes Groh und Regine Sacher (rechts) singt Hildegard Tietze (Mitte) den Revuefilm-Hit „Wir machen Musik“.

Das Akkordeon spielt eine langsame, wehmütige Melodie. Die Streicher setzen ein und Hildegard Tietze fängt mit leiser, aber fester Stimme an zu singen: „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt …“ Der Schlager aus den 1950er Jahren gehört zum Stammrepertoire der 89-jährigen Dame. Im Moment probt sie die „Caprifischer“ für ihren Auftritt beim Frühlingsball am 1. März um 16 Uhr im Landestheater mit der Neustrelitzer Seniorenband.

Hildegard Tietze ist seit 2003 Mitglied in der Seniorenband. Die gemeinsamen Proben und Konzerte sind für sie ein nahezu un­verzichtbarer Teil ihres Lebens. „Wir haben hier immer viel Spaß und das gemeinsame Musizieren hält mich jung“, meint die gebürtige Leipzigerin.

Ein ganzes Leben mit Musik

Gesungen habe sie schon ihr ganzes Leben lang. Als Kind bekam sie Klavierunterricht. Ihr damaliger Lehrer, mit dem sie auch viele Lieder einstudierte, ermunterte sie, die Musik zum Beruf zu ­machen. Nach dem Staatsexamen an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater war sie als Koloratursopranistin an verschiedenen Theatern engagiert, unter anderem in Köthen, Schwerin und Dresden. „Dort habe ich sehr oft das Blondchen in Mozarts ‚Entführung aus dem Serail‘ gegeben, das war sozusagen meine Paraderolle“, erzählt Hildegard Tietze lachend. Von 1966 bis 1989 unterrichtete sie Gesang an den Musikschulen in Waren und Neustrelitz.

Noch immer Lampenfieber

Vor ihren Konzerten ist die lebhafte ältere Dame auch nach 65 Jahren Bühnenerfahrung immer noch ein bisschen aufgeregt: „Das Lampenfieber gehört einfach dazu. Wenn es nicht mehr da wäre, dann würde ich anfangen, mir Sorgen zu machen.“ Ans Aufhören denkt die Neustrelitzerin nicht, auch wenn ihre Stimme nicht mehr so kräftig und leistungsfähig ist wie früher. „Ich komme einfach nicht los davon“, meint sie mit einem verschmitzten Lächeln. 

 

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