Gesundheitstag im Leea:

Zur Tiefkühlpizza gibt es Alternativen

Gesund essen bedeutet mehr als nur auf Vitamine, Mineralien, Fette und andere Inhaltsstoffe zu achten. Dass auch die Energiebilanz bei der Herstellung der Lebensmittel eine wichtige Rolle spielt, lernten Neustrelitzer Schüler kennen.

Was hier ausgehöhlt wird ist eine Avocado. Aus der Frucht stellten Neustrelitzer Schüler bei einem Gesundheitstag im Leea gemeinsam mit der Schweriner Ernährungswissenschaftlerin Sina Heinrichs (rechts) Guacamole - eine Beilage aus der mexikanischen Küche - her.
T. Lemke Was hier ausgehöhlt wird ist eine Avocado. Aus der Frucht stellten Neustrelitzer Schüler bei einem Gesundheitstag im Leea gemeinsam mit der Schweriner Ernährungswissenschaftlerin Sina Heinrichs (rechts) Guacamole - eine Beilage aus der mexikanischen Küche - her.

Wenn es morgens ans Stullen schmieren fürs Pausenbrot der Kinder geht, packt in der Seenplatte auch schon mal der Papa mit an. „In der Frage ist der Osten wesentlich emanzipierter als der Westen“, sagt Professor Dr. Silke Bartsch. Eine spontane Umfrage unter Neustrelitzer Schülern stützt ihre Aussage. Am Donnerstag nutzte die Karlsruher Ernährungswissenschaftlerin, die das Essverhalten von Jugendlichen erforscht, ihren Vortrag im Landeszentrum für erneuerbare Energien (Leea), um bei rund 160 Schülern nachzufragen. Für einen Gesundheitstag hatten die7. und 8. Klassen dreier Neustrelitzer Schulen nämlich den Unterricht ins Leea verlegt, um mehr über das Thema Ernährung zu erfahren.    

In einer anderen Fragen nehmen sich Ost und West hingegen nicht viel. Übergewicht schon bei Kindern und Jugendlichen ist hüben wie drüben ein Problem. Und das im zunehmenden Maße. Jungen seien deutlich mehr betroffen als Mädchen, sagt Bartsch. Oft spiele das soziale Umfeld eine große Rolle. Dabei komme es in den Haushalten nicht unbedingt aufs Geld an, sondern vielmehr auf das Wissen um eine gesunde Ernährung.

Um das zu verbessern, hatte das Leea zusammen mit dem Arbeitskreis Gesundheitsförderung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte zum Gesundheitstag für Schüler eingeladen. „Prävention ist das A und O“, sagt Ellen Arlt vom Gesundheitsamt des Landkreises. Wie erfolgreich Aufklärungskampagnen sein können, zeigten die Aktionen zur Zahngesundheit. Hier habe es nach schwierigen Jahren zuletzt Verbesserungen bei Kindern und Jugendlichen gegeben.

Zugleich ging es auch darum, wie Essen das Klima beeinflusst. Immerhin 15 Prozent der CO²-Produktion würde bei einem deutschen Haushalt allein aufs Essen entfallen. Schlimmer noch sei, dass jeder Deutsche im Durchschnitt 82 Kilogramm an Lebensmitteln pro Jahr in die Mülltonne wandern lässt, sagt Bartsch.

Wie unterschiedlich die Energiebilanz eines Lebensmittels aussehen kann, lernten die Schüler beim „Klimafrühstück“ kennen. Beim Zusammenstellen ihrer Mahlzeit hatten die Jungen und Mädchen auf Saisonalität, Regionalität, Verpackung oder Anbauart zu achten. Eine Tiefkühlpizza, die nach der Produktion mehrfach verpackt wird sowie beim Transport und Verkauf ständig gefrostet werden muss, benötige so zum Beispiel viele Ressourcen. 

Eine gesunde und für Jugendliche hippe Alternative, die auch gegen die Tiefkühlpizza ankommt, hatte die Schweriner Ernährungswissenschaftlerin Sina Heinrichs parat. Ein Rezept für Guacamole als Brotaufstrich bekamen die Schüler mit auf den Weg. Guacamole wird aus Avocados hergestellt, die viele ungesättigte und damit gesunde Fettsäuren enthalte, erklärte Heinrichs.

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