10 Jahre Kleinseenplatte:

Zwei Rivalen raufen sich zusammen

Allen Unkenrufen zum Trotz klappt die gemeinsame Verwaltung von Wesenberg und Mirow, und das bereits seit zehn Jahren. Neue Strukturen und Aufgabenverteilungen kommen dennoch in den nächsten Jahren auf die Ämter der Region zu.

Seit zehn Jahren gehen Mirow mit seinem Amtsgebäude (rechts) und Wesenberg mit seinem Rathaus (links) sowie die umliegenden Kommunen einen gemeinsamen Weg. Tobias lemke, Tobias Kleinschmidt / Montage: Hannes Ackermann
Tobias Lemke, Tobias Kleinschmidt / Montage: Hannes Ackermann Seit zehn Jahren gehen Mirow mit seinem Amtsgebäude (rechts) und Wesenberg mit seinem Rathaus (links) sowie die umliegenden Kommunen einen gemeinsamen Weg. Tobias lemke, Tobias Kleinschmidt / Montage: Hannes Ackermann

Ob bei Sport, Kultur oder anderen Dingen – zwischen diesen beiden Städten ging es schon immer heiß her. Wenn Thomas Müller, Amtsvorsteher der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, von einem „gesunden Wettbewerb“ zwischen Wesenberg und Mirow spricht, werden viele Bürger der beiden Kleinstädte das wohl als freundlich umschrieben bezeichnen. Nicht selten ist eher die Rede von erbitterter Rivalität oder einer kleinen Fehde, die beide Orte miteinander pflegen. Als vor zehn Jahren die Wesenberger und die Mirower Amtsverwaltungen gemeinsame Sache machen wollten, war der Aufschrei daher groß. 

Der ist inzwischen aber verstummt. Seit zehn Jahren gibt es das Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte. „Die Kritiker waren damals zahlreich, aber die Geschichte der Mecklenburgischen Kleinseenplatte ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt Müller, der dem Amt seit 2006 als politische Kraft vorsteht. Die Verwaltung bezog einen Neubau in Mirow, als Ausgleich wurde Wesenberg als Standort für die weiterführende Schule bestimmt. Dazu gesellen sich im Amt die Gemeinden Wustrow, Priepert und Roggentin, das inzwischen mit Mirow fusionierte.

Von 34 Angestellten sind noch 20 da

Geringfügigen Protest gab es vor zwei Jahren zwar noch mal, als das Wesenberger Bürgerbüro aus Kostengründen eingespart wurde. Aber eine moderne Verwaltung müsse Personal und Ressourcen sinnvoll einsetzen, begründet Amtsleiterin Karola Kahl. Von ehemals 34 Angestellten nach der Fusion ist der Stab heute bis auf 20 Mitarbeiter verringert worden.

Moderne Verwaltung bedeute zugleich aber auch, dass der Bürger heutzutage gar nicht mal mehr bis ins Amt laufen müsse. „Zum einen gibt es den Postweg, und zum anderen erledigt vor allem die jüngere Generation fast alles übers Internet“, sagt Kahl. Gerade dieser Weg ist mit dem Kleinseenplatte-Amt nicht nur möglich, sondern durchaus erwünscht.

Jahresempfang am 10. Oktober

In Zukunft werden sich die Verwaltungen des Landes in ihren Aufgabenbereichen weiter spezialisieren und zusammenarbeiten müssen, prognostiziert Kahl. Bestes Beispiel sei die Abgabe des Personenstandwesens, das etwa die Eheschließungen beinhaltet, an die Stadt Neustrelitz. So sei die Kleinseenplatte derzeit auch im Gespräch mit den Nachbarämtern, wo sich mögliche weitere gemeinsame Wege finden lassen. „Dabei geht es nicht vordergründig um Fusionen, sondern um den Austausch von Aufgaben“, sagt Kahl. 

Zum 9. Mal lädt das Amt Kleinseenplatte zu einem Jahresempfang ein, der am 10. Oktober im Mecklenburger Hof in Mirow stattfindet. Interessierte Bürger können teilnehmen. Die Plätze sind aber begrenzt. Anmeldungen sind in der Amtsverwaltung in Mirow oder unter Telefon 039833 28035 sowie per Mail an sekretariat@amt-mecklenburgische-kleinseenplatte.de möglich.

 

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