Langer Weg zur Schule:

Zwölfstundentag für Zehnjährigen

Für sechs Unterrichtsstunden stehen für Schüler Marcel aus der Mecklenburgischen Seenplatte durchschnittlich drei bis vier Stunden Fahrzeit an. Ist das zumutbar?  

Dunkel ist es in Ollendorf, wenn der zehnjährige Marcel morgens von seiner Mutti verabschiedet und abends wieder begrüßt wird.
Ute Köpke Dunkel ist es in Ollendorf, wenn der zehnjährige Marcel morgens von seiner Mutti verabschiedet und abends wieder begrüßt wird.

In Ollendorf ist es ist noch stockfinster, wenn Marcel aus dem Haus geht. Kommt der Zehnjährige zurück, wird es bereits wieder dunkel. Marcel Thurm besucht die Förderschule in Neubrandenburg und hat durch die lange Fahrzeit einen zehn bis zwölf Stunden langen Alltag. Für seine Mutter ist das ein unhaltbarer Zustand. "Das halten wir jetzt seit über zwei Jahren durch", erklärt sie.

Bisher wurde Marcel um 6 Uhr abgeholt, um pünktlich um 7.30 Uhr zum Unterrichtsbeginn an der Schule in Neubrandenburg zu sein. Doch jetzt soll die Fahrt bereits um 5.30 Uhr losgehen. "Für uns heißt das, dass wir um 4.30 Uhr aufstehen müssen", erläutert die Mutter. Denn der Junge ist körperlich eingeschränkt und benötigt entsprechend mehr Zeit für alltägliche Dinge. "So ergibt sich für Marcel eine Alltag von zehn bis zwölf Stunden", rechnet die Mutter zusammen. Was schon für einen gesunden Schüler eine enorme Belastung ist, dürfte für Marcel kaum zu ertragen sein.

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