Gemeinnützige Gesellschaft zockt ab:

4 Flüchtlinge, 24 Quadratmeter, 2400 Euro Monatsmiete

Vier anerkannte Flüchtlinge können in der Jugendbegegnungsstätte Plöwen unterkommen. Die verlangt dafür 600 Euro pro Monat - pro Person! Wohnen sollen die vier auf 24 Quadratmetern.

Die Finnhüten der Jugendbegegnungsstätte Plöwen. Hier sollen einige der anerkannten Flüchtlinge einquartiert sein - für 17 Euro pro Person und am Tag.
Foto: Denny Kleindienst Die Finnhüten der Jugendbegegnungsstätte Plöwen. Hier sollen einige der anerkannten Flüchtlinge einquartiert sein - für 17 Euro pro Person und am Tag.

24 Quadratmeter, vier Personen, knapp 600 Euro Wohnkosten pro Person - diesen Fakten müssen sich anerkannte Flüchtlinge in Plöwen stellen, wenn sie ein Dach über den Kopf haben möchten. Weil sie nach ihrer Anerkennung in einer Flüchtlingsunterkunft nicht weiter wohnen dürfen, müssen sie eigenen Wohnraum beziehen. Der aber ist knapp.

Die Jugendbegegnungsstätte Am Kutzow See Plöwen gGmbH hat deshalb den Ausländern Nutzungsverträge für freie Räume auf dem Gelände der Jugendbegegnungsstätte angeboten. Für einen horrenden Preis und und zu untragbaren Bedingungen: 24 Quadratmeter, vier Personen, knapp 600 Euro Wohnkosten - das macht 2400 Euro Mietkosten für 24 Quadratmeter. Öffentlich wurden diese Zahlen, weil das Jobcenter die Kosten übernehmen muss.

Mitgesellschafter über Summe uninformiert

Der Geschäftsführer der Jugendbegegnungsstätte Am Kutzow See Plöwen gGmbH, Helmut Grams, war für eine Anfrage nicht erreichbar. Mitgesellschafter der Begegnungsstätte ist die Arbeiterwohlfahrt. Deren Vorsitzender Heinz Müller (SPD), zugleich Mitglied im Landtag, bestätigte die Nutzungsvereinbarungen. Müller sprach aber von Vereinbarungen, die auf Tage und nicht auf Monate bezogen sind. "Dass es sie gibt, war mir bekannt. Von der Höhe der Forderung wurde ich aber nicht informiert, das habe ich erst jetzt erfahren."

Wie die Summe begründet wird, will der AWO-Vorsitzende jetzt hinterfragen. Pro Tag werden 17 Euro je Person verlangt, sagt Müller. Auf den Monat gerechnet kommen 527 Euro zusammen. Hinzu kommen Kosten für die Nutzung von Gemeinschaftsräumen. Nach Nordkurier-Informationen liegen die im 65-Euro-Bereich.

Kreis erhält kein Geld für Nutzung

Kreissprecher Achim Froitzheim hält sich in der Bewertung noch zurück: „Uns sind die Zahlen bekannt. Wir prüfen das derzeit - auch rechtlich. Schließlich haben wir dem gemeinnützigen Träger die Liegenschaft ohne Kosten zur Verfügung gestellt. Ungehalten sind wir schon über die Summen, die verlangt werden.“

Gesellschafter der Jugendbegegnungsstätte Am Kutzow See Plöwen gGmbH sind die eingetragenen Vereine Jugendbegegnungsstätte am Kutzow See und Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Uecker-Randow.

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung

Kommentare (8)

Unter Bezugnahme auf den am 27.02.2016 im NORDKURIER abgedruckten Artikel des Herrn Marten habe ich den Betreibern der Jugendbegegnungsstätte meinen schärfsten Protest gegen die beschriebene Handlungsweise mitgeteilt. Ich verlange, daß die dafür Verantwortlichen auf der Stelle ihre bis dato bewohnten Unterkünfte (Wohnungen, Häuser) räumen und in die den Flüchtlingen angebotenen Räumlichkeiten einziehen, selbstverständlich zu denselben Konditionen. Es ist eine Unverschämtheit ersten Ranges, eine tägliche Miete von 17 € pro Tag und pro Person zu verlangen. Ich hoffe, der NORDKURIER wird die genauen Zahlen noch offenlegen. Dass sich ein Wucher diesen Ausmaßes in heutigen Zeiten noch ereignen kann, spricht für die Morbidität und Skrupellosigkeit des Staates, in dem sich solche verantwortungslosen Menschen schamlos am Leid anderer Menschen bereichern können, und das auf Kosten des Staates, weil diese ja vom Jobcenter getragen werden sollen. Die Betreiber der Jugendbegegnungsstätte können mir doch nicht weis machen, dass das tatsächlich entstehende Kosten sind, frei von jeglichem kalkulatorischen Aufschlag ! Im Tierschutzgesetz ist festgelegt, daß die Fläche zur Unterbringung eines großen Hundes mindestens 10 m² betragen muß, und die Betreiber der Jugendbegnungsstätte wollen 4 Personen auf 24 m² unterbringen ? Lt. der Festlegungen der "Kosten der Unterkunft" des Jobcenters dürfen "Kunden" desselben keine zu große Wohnung beziehen, aber gegen zu kleine hat man wohl nichts ? Und wenn in Mietbescheinigungen, welche vom "Kunden" dem Jobcenter vorgelegt werden müssen, eine Betriebskostenart um 10 Cent höher als die festgesetzten Limits ist, wird die Genehmigung zum Bezug der Wohnung versagt. Und wehe, wenn die Nettokaltmiete pro m² um einen halben EURO zu hoch ist, das Jobcenter wird den Einzug nicht genehmigen. Bedauerlicher Weise sind Arbeitserziehungslager aus der Mode gekommen, sonst würde ich die Strafverfolgungs- und –vollzugsbehörden bitten, alle diejenigen dort unterzubringen, die es verlernt haben, Geld durch ehrliche Arbeit mit eigenen Händen zu verdienen. Es ist eine Schande für die Jugendbegegnungsstätte Am Kutzow-See Plöwen gemeinnützige GmbH, und wo in deren Handeln eine Gemeinnützigkeit liegen soll, erschließt sich höchstens den Betreibern selbst. Ich werde dazu beitragen, zukünftig diese „Unterbringungsstätte“ und ihre Betreiber hinsichtlich des im Artikel des NK beschriebenen Handelns publik zu machen, um möglichst viele davon abzuhalten, diese "Unterbringungsstätte" in Anspruch zu nehmen.

Ist es möglich das der Preis normale Zustände wieder herstellen soll? Dann ist es noch zu billig. Wir sind doch ein demokratischer Staat. Und nun los ihr...........

Habe diesen Beitrag auf Facebook geteilt,damit auch die breite Öffentlichkeit sieht,wie Geldgierig gemeinnützige Vereine sind. Für mich auch unverständlich,dass von behördlicher Seite,dieser Mietpreis ohne Widerspruch für eine Ferienunterkunft bezahlt wird. Hier greift wieder ein Zahnrad ins andere. Die Wohnungsnot dieser Menschen,wird von der Asylindustrie schamlos ausgenutzt.

Das irgendjemand irgend etwas akzeptiert oder gezahlt hätte, konnte ich aus dem Artikel nicht entnehmen.

Ich lese es auch so. Im ersten Satz des Artikels steht es grammatikalisch so, das es verständlich ist. Im zweiten Absatz steht denn auch noch, dass es sich um ein Angebot des Vermieters handelt. Im Vertragsrecht ist ein Angebot noch kein Vertrag, also zahlt auch niemand.

Leute worüber wundert ihr euch? Das ist unsere heutige herrschende Politik. ( Der Vorsitzender Heinz Müller (SPD), zugleich Mitglied im Landtag, bestätigte die Nutzungsvereinbarungen. Dass es sie gibt, war mir bekannt. Von der Höhe der Forderung wurde ich aber nicht informiert, das habe ich erst jetzt erfahren. )Seine Worte. Wozu ist er Vorsitzender? Er weiß eh nie von was. Aber Überall Diäten und Gehälter kassieren. Er hat in Plöwen ein großes Anwesen dort könnte er doch diese Fachkräfte humanitär beherbergen.

Solange die Abgeordneten Ihrer Partei ehrenamtlich im Schweriner Landtag sitzen oder ihre Diäten der Allgemeinheit - vielleicht ja für Flüchtlingshilfe - spenden, ist ja alles gut.

Ich weiß gar nicht, was es da zu jammern gibt!? Wer sich in eine Ferienwohnung mietet, muss auch mit den dortigen Preisen leben. Ich kann mir auch kein Hotelzimmer auf Langzeitmiete buchen, weil mir der Service gefällt und mich dann beschweren, dass es zu teuer ist. 17,-€ pro Tag und Person ist ja nun wahrlich fast geschenkt. Bei mir kostet eine Übernachtung in der NEBENSAISON 59,-€! Der angebotene Preis ist demzufolge mehr als angemessen und sozial! Aber hey...wem das nicht passt, der darf sich auch gerne eine "normale" Wohnung suchen und nach dem ortsüblichen Mietspiegel bezahlen. Gruß, ein FeWo Vermieter.