Trauerfeier für Rainer Dambach:

Abschied von einem Macher

Hunderte erinnerten sich in Pasewalks Kulturforum gemeinsam an den verstorbenen Bürgermeister Rainer Dambach. Ihr Wunsch: Mögen seine Spuren nicht vergessen werden.

Ein Freund verabschiedet sich: Wladyslaw Diakun, der Policer Bürgermeister.
Angela Stegemann Ein Freund verabschiedet sich: Wladyslaw Diakun, der Policer Bürgermeister.

Waltraud Gundlaffs Beine sind wacklig. Sie geht auf die Bühne, vorbei am Bild Rainer Dambachs, ihres verstorbenen Ehemannes und Pasewalker Bürgermeisters. Auch wenn der Schmerz groß ist, sie will in ihrem und im Namen ihrer Schwiegermutter Meta Dambach unbedingt bei der Trauerfeier in Pasewalk sprechen. Sie bedankt sich für die tiefe Anteilnahme, die sie seit dem Tod ihres Mannes am 22. November erfuhr. „Er saß gern in der ersten Reihe“, sagt sie. Und er setzte sich gern für die ein, die nicht in der ersten Reihe standen.

Da laufen Bilder über die Leinwand im Pasewalker Kulturforum. Sie zeigen einen fröhlichen Rainer Dambach in den elf Jahren, in denen er Stadtoberhaupt war. Beim Einweihen von Spielplätzen, bei Grundsteinlegungen, bei Wirtschaftsmessen. Immer wieder bei Aufenthalten im polnischen Nachbarland. Dann tritt einer ans Rednerpult, den die Pasewalker wohl erstmals ernst und den Tränen nahe sehen: Wladyslaw Diakun. Er ist der Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Police. Zwei Männer, die vom Wesen her unterschiedlicher nicht sein können, wurden Freunde. Zuletzt sprachen sie darüber, wie im nächsten Jahr 15 Jahre Städtepartnerschaft gefeiert werden sollen.

Selbst dem Pfarrer fallen die richtigen Worte schwer

Gerade noch miteinander geredet, und Tage später ist da jemand nicht mehr da. Herausgerissen mitten aus dem Leben. Da fällt es selbst Pfarrer Matthias Bohl schwer, die richtigen Worte zu finden. Er übernimmt die Moderation des Abends. Am Klavier sitzt mit Fred Lüpcke jemand, der vor zwei Jahren die Stadt verließ. Er war einst Rainer Dambachs Stellvertreter. Nun nimmt Fred Lüpcke musikalisch Abschied. Seine einstige Kollegin Gudrun Baganz, nun amtierende Bürgermeisterin, sagt: „Dieser Bürgermeister hatte viele Ideen und Visionen.“ Ob sie eine Chance haben, auch ohne Rainer Dambach umgesetzt zu werden?

Die im Saal Sitzenden sind dankbar, dass Reinhard von Hirschheydt die Trauerrede hält. Ganz dezent mahnt er diejenigen, die Rainer Dambach das Leben schwer machten. Da ist die Hoffnung, dass das Aktionsbündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ auch ohne einen seiner wichtigsten Akteure weitermacht. Viele sind da, die einfach nur stumm Abschied nehmen wollen. Dazu zählen die Landes-Finanzministerin Heike Polzin und Landrätin Barbara Syrbe. Eines ist sicher: Dieser Bürgermeister hinterließ unauslöschbare Spuren. 

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