Grausiger Fund:

Amtsarzt erstattet Anzeige wegen toter Schafe

Im Auftrag des Landkreises Uckermark hat die Abdeckerfirma SecAnim aus Malchin am Montag die vielen toten Schafe bei Wilsickow entsorgt. Der Landkreis hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet, weil  ein Verstoß gegen den Tierschutz vorliegt.

Am Montag entsorgte eine Malchiner Firma für Tierkörperbeseitigung die Schafkadaver. Insgesamt wurden 19 Lämmer und vier Mutterschafe abgefahren. Als am Freitag der Prenzlauer Amtstierarzt den Fundplatz aufsuchte, lebten einige Tiere noch und mussten getötet werden.
Rainer Marten Am Montag entsorgte eine Malchiner Firma für Tierkörperbeseitigung die Schafkadaver. Insgesamt wurden 19 Lämmer und vier Mutterschafe abgefahren. Als am Freitag der Prenzlauer Amtstierarzt den Fundplatz aufsuchte, lebten einige Tiere noch und mussten getötet werden.

Für Amtstierarzt Dr. Joachim Wendland vom Gesundheits- und Veterinäramt des Landkreises Uckermark handelt es sich bei den tot aufgefundenen Schafen bei Wilsickow um einen schweren Fall von Tierquälerei. Der Kreis drängt deshalb darauf zu erfahren, welcher Tierhalter dafür verantwortlich ist. Die Umstände gestalten sich allerdings etwas anders, als die Finder der Schafe ursprünglich vermutet haben. Sie gingen noch davon aus, dass die Schafe an den Weg zum einstigen Vorwerk Neuhof bei Wilsickow gebracht und dort erschlagen wurden. Auf Gewalt deuteten auch die Wunden an einigen Schädeln hin.

Amtstierarzt Wendland versachlichte das aber am Montag. Er habe am Freitag von der Polizei erfahren, dass unweit des besagten Weges Schafe liegen, sagte er. „Als wir den Fundort in Augenschein nahmen, haben zwei der Tiere noch gelebt, ihr Zustand war sehr erbärmlich. Wir haben sie artgerecht getötet, um die Tiere von ihren Qualen zu erlösen“, sagte er. Dem Fundort wurden noch am Freitag zwei Schafe entnommen, um mehr über die Umstände und den Zustand der Tiere zu erfahren. Details soll das Landeslabor in Brandenburg herausbekommen. Darüber hinaus wird geprüft, ob die Schafe infiziert waren und eine Seuche in sich trugen.

Aasfresser waren bereits am Werk

„Mein ganz persönlicher Eindruck war, dass die Tiere in einem Stall gehalten wurden, dort mehr oder weniger verhungert und verdurstet sind“, sagte Dr. Wendland, ohne aber den Ergebnissen der Laboruntersuchungen und dem Bericht vorgreifen zu wollen. Der erbärmliche Zustand der Tierkörper am Freitag resultiert auch aus dem Vogelfraß und den ersten Fraßstellen von Raubtieren, fügte er hinzu. Möglicherweise hätten sich bereits Fuchs oder Marderhund an den Kadavern bedient.

Angesichts der großen Anzahl der Tiere zeigte sich Wendland erschüttert: „Die Firma SecAnim aus Malchin hat am Montag die Schafe in unserem Auftrag entsorgt. Abgefahren wurden 19 Lämmer und vier Mutterschafe, zusammen also 23 Tiere“, sagte er.

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