Tagebuch der Kriminalität:

An der Grenze Alltag - es wird geklaut

In Blankensee ist immer etwas zu holen! Davon geht wohl eine Diebesclique aus, die den Ort an der deutsch-polnischen Grenze immer wieder heimsucht – trotz Überwachungskameras und Bewegungsmelder.

Siegfried Dreßler gehört zu den Betroffenen der jüngsten nächtlichen Diebestour in Blankensee. Schaden: Rund 2000 Euro.
Rainer Marten Siegfried Dreßler gehört zu den Betroffenen der jüngsten nächtlichen Diebestour in Blankensee. Schaden: Rund 2000 Euro.

„Ich habe schon aufgerüstet und rüste weiter auf“, sagt Henrxy Hinzmann, Mitarbeiter eines landwirtschaftlichen Betriebes in Blankensee. Auf einem Dach hält eine Kamera alle Bewegungen auf dem Grundstück fest; in der Werkstatt stehen solide Metallgitter, die bald die Fenster sichern werden. Bereits viermal wurden Hinzmanns Nebengebäude ausgeplündert.

Siegfried Dreßler im Haus gegenüber beklagt den Verlust von zwei Rasenmähern und zwei Fahrrädern, Nachbarin Eva Samson klauten die Diebe einen Rasentraktor.

20 Einbrüche

Geschäftsführer Reinhard Senkpiel mag schon gar nicht mehr aufrechnen, was die Agrar GmbH Pampow/Blankensee über mehrere Jahre alles verloren hat. Nach 20 Einbrüchen kommt er auf rund 120 000 Euro Schaden. „Wenn schon die polizeiliche Präsenz nicht zu spüren ist, dann sollte man uns bei der technischen Aufrüstung unterstützen“, sagt er. Aber das ist Privatsache, heißt es dann. Die gemeinsamen deutsch-polnischen Streifen sind, so das Empfinden der Blankenseer, wieder weniger geworden. Manche sagen sogar, die Streifen hätten nur „dekorativen Charakter“.

Dass dieser Eindruck falsch sei, sagt Bundespolizeisprecherin Manina Puck in Pasewalk: „Die deutsch-polnischen Streifen werden aktuell und unverändert und in der gleichen Intensität aufrechterhalten. Da haben wir nicht nachgelassen.“