High-Tech war gestern:

Angeln wie früher - Haselnuss-Rute und Pose Marke Eigenbau

Fische fangen mit High-Tech-Angeln – das gab es früher nicht. Da reichte noch eine einfache Rute aus einem Haselnuss-Ast aus. Wie man früher angelte und sich noch heute seine Utensilien selbst kostengünstig basteln kann, zeigen Mitglieder des Niedener Angelvereins.

Siegfried Glitza (rechts) zeigte, wie man früher mit einfachen Mitteln eine Pose oder eine Angel selbst baute.
Siegfried Glitza (rechts) zeigte, wie man früher mit einfachen Mitteln eine Pose oder eine Angel selbst baute.

"Zuerst kommt die Federfahne vom Schaft ab." Siegfried Glitza nimmt ein Messer und zeigt, wie man die Puten-Feder am besten säubert. Dann schneidet der 58-Jährige einen Weinkorken zurecht und kleine Ringe aus einem Stück Stromkabel und etwas Blei aus einem Rohr-Rest zu. Ruckzuck hat der Niedener so eine selbst gebaute Pose für eine Angel gebastelt. "Im Laden zahlt man dafür über zehn Euro. Und die hier ist umsonst", sagt Siegfried Glitza.

"Früher haben wir mit Haselnuss-Stangen geangelt"

Zu zeigen, wie vor 50 Jahren geangelt wurde, war das Anliegen des Angelfestes des Niedener Angelvereins am Neuen Müllerteich am Dorfrand. "Früher haben wir mit Haselnuss-Stangen geangelt. Mit Zwingen wurden sie begradigt. Und wenn sie nicht lang genug waren, wurden sie mit einem Rohr aus einem Gartenschirm oder einer ausgedienten Luftpumpe und einem Besenstiel verlängert", sagt Ingo Geschwentner, Vorsitzender des Vereins.

Weil es damals keine High-Tech-Angeln und hochwertiges Zubehör wie heute gab, hätten sich die Angler oft selbst beholfen, sagt er und zeigt einen Bissanzeiger Marke Eigenbau. Dieser besteht aus einer Seifendose, in die ein Schalter, eine kleine Lampe und eine Flachbatterie eingebaut sind. Kein Vergleich zu den heutigen Geräten, aber genauso effektiv.