Musste das sein?:

Baum-Massaker im Gutspark

Wer hat die Fällung im Damerower Gutspark überhaupt erlaubt? Wer hat sie ausgeführt? Diese Fragen möchte Dieter Gobbers beantwortet haben, weil er von einem frevelhaften Eingriff in die denkmalgeschützte Parkanlage des Dorfes ausgeht.

Der 1945 abgebrannte Herrenhaus wurde erst Mitte der 1930-er Jahre grundlegend renoviert. Zu sehen ist auf der historischen Aufnahme die Gartenseite des Hauses.
Rainer Marten Der 1945 abgebrannte Herrenhaus wurde erst Mitte der 1930-er Jahre grundlegend renoviert. Zu sehen ist auf der historischen Aufnahme die Gartenseite des Hauses.

Als Dieter Gobbers im Frühjahr die kahlen Baumstümpfe entdeckte, schlug er Alarm. Denn bereits vor Jahren versuchte der Firmeninhaber, der mit einer Nachfahrin der einstigen Besitzer des Gutes Damerow verheiratet ist und heute engagiert das Restgut aufbaut, das Interesse der Gemeinde für den Park zu wecken. Weil der Park noch immer zu den größten der Region gehört, sogar unter Denkmalschutz steht, sich aber niemand an diese Festlegung hält, ärgern ihn die Eingriffe sehr.

Gobbers ärgerte sich nicht nur, er trug den Baumfrevel auch an den Landkreis und die Gemeinde Rollwitz heran. Der Landkreis reagierte prompt: Für die Baumfällungen lagen weder Anträge noch Genehmigungen vor,  sagte der stellvertretende Landrat Jörg Hasselmann. Deshalb hat die Sache ein Nachspiel: Der Landkreis ermittelt, er prüft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren und eine Geldstrafe.

Bürgermeister Frank Marquardt, zuständig auch für den gemeindeeigenen Park in Damerow, versteht die ganze Aufregung nicht: Aufgrund von Begehungen der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises erhalte die Gemeinde regelmäßig Hinweise, ihrer Sicherungspflicht nachzukommen. „Wir werden verpflichtet, trockene Äste und totes Holz zu beseitigen“, sagt er. Dass das nun Unrecht sei, könne er nicht nachvollziehen.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!